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Digitalisierung der Energiewende: Bitkom-Interesse am Strommarkt wächst

Berlin – In den nächsten Jahren könnten in Deutschland Tausende neue Stromproduzenten entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Umfrage des deutschen Digitalverbandes Bitkom.

Nach der Bitkom-Umfrage können sich 45 Prozent der deutschen Unternehmen vorstellen, in Zukunft selbst Strom zu produzieren und diesen auch zu verkaufen. Durch die Energiewende würden sich den Unternehmen "völlig neue Einnahmequellen" bieten, so Bitkom-Chef Dr. Bernhard Rohleder. Eine wichtige Ursache für das Bitkom-Interesse an der Thematik ist die Digitalisierung der Energiewende.

Bitkom-Umfrage: Industrieunternehmen erwägen Stromerzeugung und Verkauf

Bitkom hat eine repräsentative Befragung von 506 Industrieunternehmen zum Thema eigene Stromproduktion durchgeführt – mit bemerkenswerten Ergebnissen. 45 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, sie könnten sich vorstellen, selbst Strom zu erzeugen und diesen an andere zu verkaufen. Dadurch könnten, Bitkom zufolge, deutschlandweit in den kommenden Jahren Tausende neue Stromproduzenten entstehen. In der Umfrage hatten hauptsächlich die größeren Unternehmen in der eigenen Stromproduktion ein potenzielles Geschäftsfeld gesehen. So gaben unter den Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern knapp zwei Drittel (65 Prozent) an, sich vorstellen zu können, zukünftig selber Strom zu produzieren und zu verkaufen. Rohleder: „Die Industrieunternehmen erkennen die Chancen aus der Digitalisierung der Energieversorgung. Für die Unternehmen bieten sich völlig neue Einnahmequellen durch die Energiewende.“

Die Umfrage zeigt Bitkom zufolge aber auch, dass knapp die Hälfte (48 Prozent) der Unternehmen sich das eher nicht vorstellen können. Als Grund dafür geben die Industrieunternehmen vor allem eine Konzentration aufs Kerngeschäft (64 Prozent), hohe Investitionskosten (41 Prozent), zu geringe Ertragspotenziale (24 Prozent) und fehlende rechtliche Voraussetzungen (22 Prozent) an.

Digitalisierung der Energiewende schafft Dienstleister- und Start-up-Markt

Rohleder stellt fest, dass durch die Digitalisierung der Stromnetze gerade ein „hochspannender“ Markt entsteht, auf dem auch innovative, technologiegetriebene Start-ups eine große Chance haben. „Dazu müssen wir jetzt die regulatorischen Rahmenbedingungen schaffen. Deutschland kann so nicht nur Vorbild für eine ökologische Energiewende sein, sondern auch weltweiter Leitanbieter für entsprechende Technologien werden“, so der langjährige Bitkom-Chef.

Geschäftsfeld Stromverbrauchs-Drosselung dank Digitalisierung

Ein Beispiel für neues Geschäftsmodell in Zeiten der Digitalisierung der Energiewende ist die kurzfristige Drosselung des eigenen Stromverbrauchs, so der Digitalverband. Insbesondere Großverbraucher (z.B. Schmelzen) könnten Geld verdienen, indem sie kurzfristig ihren Energieverbrauch der schwankenden Produktion von Strom aus Wind und Sonne anpassen und damit das Stromnetz stabilisieren. Netzbetreiber zahlen laut Bitkom für die Bereitstellung momentan rund 7.000 Euro je Megawatt und Jahr, um so die Stabilität des Stromnetzes zu garantieren.



Quelle: IWR Online, 21.04.2017