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Messe New Energy Husum präsentiert IT-Sicherheit

Husum – Die IT-Sicherheit vor allem beim Betrieb von regenerativen Energieanlagen war ein großes Thema auf der Messe New Energy Husum. Die Digitalisierung der Energiewelt bietet vielfältige Möglichkeiten, gilt aber auch als potenzieller Aktionsraum für eine neue Art der Kriminalität.

Inwiefern die Sorgen der Betreiber von Windparks, Biogas- und Photovoltaik-Anlagen um die eigene IT-Sicherheit berechtigt sind, wurde nun im Rahmen einer Spezialveranstaltung auf der Messe New Energy Husum erörtert. Die 14. Auflage der New Energy Husum fand vom 15. bis 18. März in der Messe Husum & Congress statt.

Fremdsteuerung eigener Anlagen und Ausflug ins Darknet

Die Nachfrage nach Hilfestellungen und fachlichen Rat zum Thema Cyber-Kriminalität im regenerativen Energiesektor war groß, so die Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH), die den Workshop zur IT-Sicherheit mitorganisiert hat. Zahlreiche Experten umrissen die Gefahren, die damit verbundenen Kosten sowie die möglichen Maßnahmen, die gegen Attacken aus dem Internet getroffen werden können.

Einigermaßen beängstigend wirkte die Live-Vorführung von Markus Manzke von der Firma zer0bs.de aus Kiel. Es ging um die Möglichkeiten, die sich auch kriminelle Hacker zu Nutze machen. Vor den Augen der Zuschauer fand Manzke unter anderem bei Fluggesellschaften Hintertüren, die offensichtlich seit Jahren nicht mehr gepflegt wurden. „Alles, was Sie bislang gesteuert haben, steuert dann jemand anderes“, so der IT-Experte, der die Gäste bis ins Darknet führte, also jenen Bereich des Internets, in dem man unerkannt surfen kann. Manzkes Devise: Wer die Werkzeuge der Verbrecher kontrolliert auf seinen eigenen Seiten anwendet, kann damit Schwachstellen bei sich selbst entdecken und sie dann abstellen.

Mitarbeiter für das Thema IT-Sicherheit sensibilisieren

Funktionalität vor Sicherheit zu stellen sei gefährlich, bestätigte Thomas Holst von der Husumer Firma bt Nord. Sein Rat lautet, das eigene System gründlich zu analysieren und einen Maßnahmenplan zu entwickeln. Zudem gehe es darum, alle Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren. Immerhin seien laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom bereits 69 Prozent aller befragten Firmen Opfer von Daten-Diebstahl, Spionage oder gar Sabotage geworden. Bundesweit sei von einem jährlichen Schaden in Höhe von 22 Milliarden Euro auszugehen. Thomas Holst und weitere der Experten empfahlen daher, ein nach internationalen Normen aufgebautes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) aufzubauen.

Versicherungen zahlen nur, wenn Mindestanforderungen erfüllt sind

Dr. Bastian Völker, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht und Mitglied im Branchenverband watt_2.0, unterstrich, dass Versicherungen nicht zahlten, wenn Mindestanforderungen nicht erfüllt seien. Gerade im IT-Bereich komme es oft zu lang anhaltenden Streitereien von Sachverständigen, weil Gerichte besonders in diesen Fragen auf Unterstützung angewiesen seien. Gesellschafter suchten dann schnell bei den Geschäftsführern nach Schuldigen.

EE.SH-Projektmanager Axel Wiese zog das Fazit der Veranstaltung: „Heute konnten wir nur einen ersten Überblick geben. Als nächstes planen wir ein vertiefendes Seminar, das noch spezieller auf die Anforderungen an die Datensicherheit im Bereich der Energieerzeugung eingeht.“

© IWR, 2017

20.03.2017