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Offshore Ausbau in Deutschland verliert 2018 an Dynamik

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Berlin - Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland hat sich 2018 verlangsamt. Nach einer Steigerung der Inbetriebnahmen im Jahr 2017 wurden 2018 weniger Offshore-Windenergieanlagen neu ans Netz angeschlossen.

Insgesamt waren in Deutschland Ende 2018 Offshore-WEA mit einer Leistung von fast 6.400 Megawatt (MW) am Netz. Zusammen haben die Offshore-Windparks in Deutschland etwa 10 Prozent mehr Strom erzeugt als im Vorjahr.

Deutschland: 970 MW Offshore Windenergieleistung 2018 neu am Netz
Im Jahr 2018 wurden in Deutschland etwa 140 Offshore-WEA mit einer Leistung von rd. 970 MW neu ans Netz angeschlossen. Das geht aus den Daten der Offshore-Branchenverbände hervor. Nach dem Anstieg im Jahr 2017 auf etwa 1.250 MW entspricht das einem Rückgang von etwa 20 Prozent. Insgesamt sind jetzt insgesamt etwa 1.300 Offshore-WEA mit einer Gesamtkapazität von mehr als 6.350 MW am Netz. Zusammen haben die Offshore-Windparks in Deutschland nach vorläufigen Daten der Übertragungsnetzbetreiber im Jahr 2018 rd. 19 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom eingespeist, das sind rd. 10 Prozent mehr als im Vorjahr (2017: rd. 17,4 Mrd. kWh).

Zwei Offshore-Windparks vollständig in Betrieb genommen, vier Projekte in Bau
Im Jahr 2018 wurden die beiden Offshore-Windparks Arkona (385 MW, Ostsee) und Borkum Riffgrund II (450 MW, Nordsee) vollständig in Betrieb genommen, d.h. alle Anlagen der betreffenden Windparks wurden ans Netz angeschlossen und speisen ein. Hinzu kommen die vier Offshore-Windparks Borkum II (200 MW, Nordsee), Deutsche Bucht (269 MW, Nordsee), Hohe See (497 MW, Nordsee) und Merkur Offshore (396 MW, Nordsee), die sich derzeit in Bau befinden und ein Projekt mit vorliegender Investitionsentscheidung (Albatros, 112 MW, Nordsee).

Branche fordert Anhebung der Ausbauziele auf mindestens 20 GW bis 2030
Mit den Projekten, die sich derzeit in der Pipeline befinden, wird der gesetzlich mögliche Zubau von 7.700 MW bis 2020 voraussichtlich wie geplant erreicht. Mit Blick auf die weitere Entwicklung und die bedeutende Rolle der Offshore-Windenergie im Rahmen der Energiewende fordern die Offshore-Branchenverbände eine Anhebung der Offshore-Ausbauziele. Die aktuellen politischen Rahmenbedingungen bremsten die weitere positive Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland aus. Laut Koalitionsvertrag sollen 65 Prozent der deutschen Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden, was jedoch mit dem derzeit vorgesehenen Zubau nicht zu realisieren sei, so die Kritik der Branchenvertreter von BWE, BWO, Stiftung Offshore-Windenergie VDMA Power Systems und WAB anlässlich der Vorstellung der Offshore-Zahlen 2018. Um ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele des Koalitionsvertrages zu leisten, benötige die Offshore-Branche einen Ausbau auf mindestens 20 Gigawatt (GW) bis 2030 und mindestens 30 GW bis 2035. Die energiepolitische Agenda 2019 bietet die Chance, in diesem Jahr zukunftsgerichtete Entscheidungen zu treffen und die fehlenden Aussagen zu Offshore-Wind im Energiesammelgesetz zu vervollständigen, so die Branchenvertreter weiter.

© IWR, 2019


21.01.2019

 



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