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E-Mobilität: Daimler überrascht mit innovativen Festkörperbatterien

© Daimler AG© Daimler AG

Stuttgart – Festkörperbatterien sind eine richtungsweisende Alternative zu herkömmlichen Lithium-Ionen Batterien, allerdings wurde deren Einsatz bisher im Markt erst in einigen Jahren erwartet. Doch Daimler prescht vor und liefert den Gelenkbus eCitaro G schon mit neuer Festkörpertechnologie aus.

Mit einer Pionierleistung im Automobilbau unterstreicht Daimler die Technologieführerschaft bei vollelektrisch angetriebenen Stadtbussen. Der neue Gelenkbus eCitaro G ist weltweit der erste Stadtbus seiner Kategorie mit Festkörperbatterien, teilten die Stuttgarter mit.

Neue Festkörperbatterien mit höherer Reichweite und Langlebigkeit
Der neue eCitaro G ist laut Daimler weltweit der erste Stadtbus seiner Kategorie mit Festkörperbatterien. Die Festkörperbatterien zeichnen sich durch eine sehr hohe Energiedichte aus, die etwa ein Viertel höher ist als die der kommenden Generation klassischer Lithium-Ionen-Batterien mit flüssigem Elektrolyt. Die neue Batterietechnologie hat laut Daimler einen Energieinhalt von jeweils 441 kWh. Daraus resultiert beim neuen eCitaro G eine Reichweite von bis zu 220 Kilometern unter günstigen Bedingungen mit durchschnittlichen Anforderungen an Geschwindigkeit, Topografie und Beladung sowie einfachen klimatischen Bedingungen. Im Winter mit Heizbetrieb fährt der eCitaro G noch immer 170 Kilometer weit.

Ein weiterer Vorteil von Festkörperbatterien besteht in ihrer Langlebigkeit. Daher erhalten eCitaro/eCitaro G mit dieser Technologie eine Basisgarantie für bis zu zehn Jahre oder bis zu 280 MWh Energiedurchsatz je Batteriebaugruppe.

Aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften decken Stadtbusse aus Festkörperbatterien andere Einsatzprofile ab als die bisher verwendeten Lithium-Ionen-Batterien vom Typ NMC-Batterien. Deshalb lässt Mercedes-Benz den Verkehrsbetrieben die Wahl: eCitaro G sowie eCitaro werden künftig wahlweise mit Festkörperbatterien oder mit neuen, leistungsstärkeren NMC-Batterien angeboten.

Über Festkörperbatterien und Lithium-Ionen-Batterien
In der Elektromobilität werden in E-Autos, E-Bussen oder E-LKW derzeit fast ausschließlich Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Unter diesem Oberbegriff fallen zahlreiche Batterietypen wie etwa die NMC-Batterie (Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide ), die in fast allen E-Autos auf dem Markt eingesetzt wird. Eine Ausnahme bildet Tesla mit Lithium-Ionen Batterien vom Typ NCA (Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Oxide).

Die Nachteile der Lithium-Ionen-Batterien sind u.a. der flüssige Elektrolyt und die kritische Ressource Lithium. Festkörperbatterien dagegen haben einen festen Elektrolyten, gelten im Unterschied zu Lithium-Ionen-Batterien als feuersicher und ermöglichen schnelles Laden und Entladen. Weiterer Vorteil: In der Entwicklung von Festelektrolyten spielen die weit verbreiteten und teils sehr günstigen Elemente Natrium, Aluminium, Silizium und Schwefel eine große Rolle. Um welchen Typ von Festkörperbatterie es sich bei den neuen Festkörperbatterien im Detail handelt, wollte Daimler auch auf Anfrage nicht mitteilen.

© IWR, 2020


08.10.2020

 



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