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Kältewelle: Frankreich importiert massiv Strom wegen AKW-Ausfall

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Münster - In Frankreich ist die Stromversorgung akut angespannt. Die Kältewelle und zahlreiche Ausfälle bei französischen Atomkraftwerken führen zu massiven Stromimporten.

Frankreich hat trotz der vielen Atomkraftwerke aktuell ein massives Stromproblem. Die Stromimporte steigen heute Morgen bereits auf über 9.000 MW Leistung und damit auf Rekordwerte. Schuld ist nicht nur die Kältewelle.

Offenbar mindesten 10 französische Atomkraftwerke ausgefallen

Frankreich deckt den größten Teil des Strombedarfs noch immer mit Atomkraftwerken (AKW). Doch die Kraftwerke werden immer älter und anfälliger für Reparaturen. In Frankreich werden eigentlich 58 Atomkraftwerke mit einer Leistung von 63.000 MW betrieben. Aktuell können aber offenbar nur Atomkraftwerke mit einer Leistung von knapp 51.000 MW tatsächlich eingesetzt und betrieben werden. Das geht aus den aktuellen Daten des französischen Netzbetreibers RTE hervor. Die Folge sind hohe Stromimporte aus den Nachbarländern und Anspannungen im europäischen Stromnetz.

Frankreich kämpfte schon 2017 mit Ölkraftwerken gegen den Strommangel

Der aktuelle Strommangel in Frankreich ist nicht neu. Bereits im letzten Jahr warnte der französische Netzbetreiber RTE vor massiven Stromproblemen im Winter 2016/17, weil viele französische Atomkraftwerke aus Sicherheitsgründen nicht zur Verfügung standen. Selbst Ölkraftwerke mussten hochgefahren werden, um die Stromlücke zumindest teilweise zu schließen. Auch in diesem Winter kann Frankreich die eigene Stromversorgung nicht alleine sicher stellen und ist auf Stromhilfe aus dem Ausland angewiesen.

© IWR, 2018


28.02.2018