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Fast die Hälfte der deutschen Atomkraftwerke produziert keinen Strom

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Münster - In Deutschland produzieren ohnehin nur noch sieben verbleibende Atomkraftwerke Strom. Doch aktuell ist fast die Hälfte dieser Atomkraftwerke gar nicht am Netz.

Bis zum Atomausstiegsbeschluss im Jahr 2011 standen in Deutschland 17 Atomkraftwerke für die Stromproduktion zur Verfügung. Von den sieben Kernkraftwerken sind nach den Daten der Netzbetreiber (Entsoe) noch vier AKW mit einer Gesamtleistung Leistung von rd. 5350 MW am Netz und speisen Strom ein.

Drei Atomkraftwerke mit einer Bruttoleistung von 4.180 MW abgeschaltet
Aufgrund der Wartungs und Reparaturarbeiten in den drei Kernkraftwerken Grohnde (1.430 MW), Gundremmingen (1.344 MW) und Emsland (1.406 MW) liegt die tatsächliche Einspeiseleistung der derzeit noch Strom produzierenden vier AKW in Deutschland heute (21.05.2019) bei nur noch 5.360 MW. Seit dem 21. April 2019 ist das AKW Grohnde vom Netz. Eine defekte Steckverbindung an einer Messeinrichtung am Deckel des Reaktordruckbehälters verhindert derzeit das Hochfahren des Reaktors. Nach Angaben von Preussen Elektra soll die Anlage nun am 26. Mai 2019 wieder ans Netz gehen. Das Atomkraftwerk Gundremmingen bleibt ab dem 21. April 2019 wegen Wartungsarbeiten für voraussichtlich 5 Wochen abgeschaltet. Das Atomkraftwerk Emsland ist seit dem 17. Mai 2019 im Rahmen der Wartung für voraussichtlich drei Wochen vom Netz.

Atomkraftwerk Philippsburg wird Ende 2019 abgeschaltet
Ende des Jahres 2019 wird der Block 2 des EnBW-Atomkraftwerks Philippsburg (1.468 MW) endgültig abgeschaltet. Das AKW befindet sich nahe Philippsburg im Landkreis Karlsruhe. Der ab 1979 in Betrieb befindliche Block 1 (KKP 1) wurde bereits 2011 im Rahmen der Stilllegung der sieben ältesten AKW in Deutschland vom Netz genommen. Nach der Abschaltung von Block 2 Ende 2019 reduziert sich die für die Stromerzeugung verbleibende Brutto-Gesamtleistung der verbleibenden sechs Kraftwerke in Deutschland dann auf etwa 8.550 MW.

Klimabilanz: Erneuerbare Energien kompensieren rückläufige Produktion von Atomstrom
Die höchste Stromproduktion erreichten die Kernkraftwerke in Deutschland im Jahr 2001 mit 171,3 Milliarden Kilowattsunden (Mrd. kWh). Mit dem in Folge des Atomunfalls im japanischen Fukushima eingeleiteten Ausstieg aus der Atomenergie im Jahr 2011 ist die Stromproduktion in Deutschland stark gesunken. Im Jahr 2018 erreichte die AKW-Poduktion nach vorläufigen Zahlen des BMWi eine Größenordnung von etwa 76 Mrd. kWh, das sind rd. 100 Mrd. kWh weniger als im Rekordjahr 2001. Kompensiert wird der Rückgang des Atomstroms vor allem durch die steigende Produktion aus erneuerbaren Energien. Dass die CO2-Bilanz im Stromsektor kaum sichtbare Erfolge aufweist liegt auch daran, dass nicht in erster Linie der Strom aus Kohlekraftwerken durch erneuerbare Energien ersetzt wird, sondern die Abschaltung der Atomkraftwerke. Hätte es den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland aber nicht geben, so müsste der wegfallende Atomstrom über fossile Energieträger erzeugt werden, was sich deutlich negativ in der CO2-Bilanz widerspiegeln würde.

© IWR, 2019


21.05.2019

 



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