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Uniper unterstützt Stahlindustrie - Einsatz von grünem Wasserstoff am Kohlestandort

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Wilhelmshaven – Der Energieversorger Uniper wird das Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven bis spätestens Ende 2022 stilllegen. Eine alternative Nutzung des Standorts ist in Sicht.

Vertreter aus Politik und Wirtschaft haben eine Absichtserklärung zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie unterzeichnet. Ziel ist der Einsatz von „grünem“ Wasserstoff am alten Kohlekraftwerks-Standort in Wilhelmshaven, um die CO2-Reduktion in der Stahlindustrie zu forcieren.

Produktion von Eisenschwamm - Anlage zur Direktreduktion am Kohlekraftwerks-Standort in Wilhelmshaven
Mit Hilfe einer Machbarkeitsstudie soll geprüft werden, inwieweit die Produktion und der Umschlag von umweltfreundlichem Eisenschwamm für die Salzgitter AG am Standort Wilhelmshaven möglich ist. Für die geplante Direktreduktionsanlage zur Produktion mit vorgeschalteter Wasserstoff-Elektrolyse bietet der Energieversorger Uniper eine Flächennutzung des vorhandenen Geländes des Steinkohlekraftwerks Wilhelmshaven an, dessen Schließung im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleverstromung Uniper bereits angekündigt hat.

Damit könnten Teile der am Standort Wilhelmshaven bereits vorhandenen Infrastruktur künftig für ein zukunftsweisendes Projekt der deutschen Stahlindustrie zum Einsatz kommen. Vertreter der Unternehmen Uniper, Rhenus und Salzgitter, des Landes Niedersachsen und der Stadt Wilhelmshaven haben eine Absichtserklärung zur Durchführung der Machbarkeitsstudie unterzeichnet.

Eisenschwamm mit „grünem“ Wasserstoff: CO2-Emissionen können um bis zu 95 Prozent gesenkt werden
Eisenschwamm (DRI – direct reduced iron) entsteht als schwammartiges, festes Produkt durch Direktreduktion von Eisenerz und kann anschließend im Lichtbogen weiterverarbeitet werden. Bei Verwendung von grünem Wasserstoff als Reduktionsmittel wird die Stahlindustrie in die Lage versetzt, die ehrgeizigen nationalen und europäischen Klimaschutzziele zu erreichen, teilte Uniper mit. Die Stahlproduktion könne die CO2-Emissionen je nach Ausbaustufe um bis zu 95 Prozent senken. Bis zur Erfindung der traditionellen Hochofen-Konverter-Route konnte Eisen wegen der bis dato zu niedrigen Ofentemperatur nur als Eisenschwamm (inkl. des Schlackeanteils) hergestellt werden.

Strukturwandel am Kohlestandort Wilhelmshaven - Rahmenbedingungen
In dem angestrebten Entwicklungsprojekt soll aufgezeigt werden, wie sich die Sektoren Logistik, Energie-Erzeugung und Stahlproduktion effizient im Rahmen der Sektorenkopplung am Tiefwasserhafen Wilhelmshaven verbinden lassen. Das Land Niedersachsen und die Stadt Wilhelmshaven unterstützen die Bestrebungen zur Umsetzung des Vorhabens mit dem Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherung von Arbeitsplätzen des Standortes Wilhelmshaven, verbunden mit dem durch den Kohleausstieg notwendigen strukturellen Wandel, zu fördern.

Unklar ist, ob die aktuellen politischen Rahmenbedingungen einen ausreichenden Anreiz zum Umstieg auf das Direktreduktionsverfahren bieten. So ist der für die Elektrolyse notwendige Strom aus erneuerbaren Energien mit Nebenkosten belastet. Auf der anderen Seite greift für stromintensive Unternehmen die EEG-Umlagereduktion. Die Effekte aus dem Emissionshandel sind ambivalent: die geringeren CO2-Kosten durch weniger CO2-Ausstoß könnten sich durch weniger kostenlose Zuteilungen (wg. des effektiveren Verfahrens) am Ende neutralisieren.

© IWR, 2020


26.06.2020

 



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