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Klimawandel treibt Kreditrisiken für Atomkraftanlagen-Betreiber in den USA

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New York - In den nächsten 10 bis 20 Jahren werden Betreiber von Atomkraftanlagen in den USA wachsenden Kreditrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel ausgesetzt sein. Das geht aus einem Bericht der Ratingagentur Moody's Investors Service hervor.

Die Folgen des zunehmenden Klimawandels wie Überschwemmungen, Sturmfluten und Hitzestress könnten schon bald Auswirkungen auf die Bonität von Betreibern kerntechnischer Anlagen in den USA haben. Diese zunehmenden Risiken durch den Klimawandel addieren sich zu den ohnehin steigenden Risiken im Falle einer Laufzeitverlängerung alter Atomkraftwerke.

Moody’s: Extreme Wetterereignisse bergen zusätzliche Risiken für AKW-Betrieb in den USA
Anlagenbetreiber von Kernkraftwerken müssen schon bald Maßnahmen ergreifen, um die wachsenden Klimarisiken auszugleichen. Das geht aus einem aktuellen Bericht von Moody’s hervor. Der Bericht basiert auf Daten von Moody's Tochtergesellschaft Four Twenty Seven und analysiert den Betrieb von Kernkraftwerken bei erhöhtem Risiko durch extreme Wetterereignisse oder Bedingungen, die durch den akuten Klimawandel verursacht werden. Die Nähe von Kraftwerken zu großen Gewässern macht die Atomkraftwerke laut Moody’s anfällig für Überschwemmungen, Hurrikane und Sturmfluten, was das Risiko einer Beschädigung der Anlage oder der wesentlichen Ausrüstung erhöht. Sollten Anlagenbetreiber eine Laufzeitverlängerung in Betracht ziehen, dann sind in den USA nicht nur die altersbedingten Risiken sondern auch die Risiken durch den Klimawandel zusätzlich zu berücksichtigen. Dabei gibt es regionale Unterschiede.

"Teile des Mittleren Westens und Südfloridas sind dem höchsten Hitzestress ausgesetzt, während die Rocky Mountain-Region und Kalifornien der größten Unsicherheit hinsichtlich der langfristigen Wasserversorgung ausgesetzt sind“, erläutert Moody's Analyst David Kamran. "Wir rechnen mit einer Kernkraftleistung von etwa 48 GW, die einer erhöhten Risiko-Exposition durch einen kombiniert steigenden Hitze- und Wasserstress in den USA ausgesetzt ist", so Kamran.

Höhere Kosten: Steigende Kreditauswirkungen belasten marktbasierte US-Kernkraftwerke stärker
In den USA werden laut Moody’s Kernkraftwerke mit einer Leistung von 55 GW im regulierten bzw. kostenbasierten Markt betrieben. Hier dürften die Kreditauswirkungen der Klimarisiken geringer ausfallen, da die höheren Kosten durch Umlagemechanismen amortisiert werden können. Viele dieser Kernkraftanlagen sind laut Moody’s von Überschwemmungen bedroht und Hurrikanen ausgesetzt. Schwieriger wird es für Betreiber von marktbasierten Atomkraftwerken. Hier sind die Kreditauswirkungen von Klimarisiken im Vergleich zu kostenbasierten Anlagen wohl stärker ausgeprägt, da die zusätzlichen Kosten nicht einfach durchgereicht werden können. Diese Atomkraftwerke sind laut Four Twenty Seven von der regionalen Lage her eher einem erhöhten Hitze- und Wasserstress ausgesetzt.

Moody’s erwartet Laufzeitenverlängerung für US-Atomkraftwerke
Moody’s erwartet, dass viele Betreiber von US-Kernkraftwerken in den nächsten 10 Jahren wegen der Grundlastnachfrage eine Laufzeitverlängerung (Lizenzverlängerung) beantragen werden. Wegen der Klimagefahren würden die Betreiber aber proaktive Resilienz-Maßnahmen ergreifen (müssen), um sich beim zukünftigen Betrieb der Anlagen an diese Risiken anzupassen, so Moody’s. Ob bei deutlich steigenden Kosten für den Weiterbetrieb von alten Atomkraftwerken eine wirtschaftliche Basis tatsächlich gegeben ist, wird aber erst die Zukunft zeigen.

© IWR, 2020


19.08.2020

 



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