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Runder Tisch im BMWi - Verbände uneins über WEA-Weiterbetrieb

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Münster - Zum Jahreswechsel 2020/2021 endet für Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von etwa 4.000 MW die EEG-Vergütung. In der letzten Woche fand am 14.10.2020 im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ein Runder Tisch zur Zukunft von Windenergieanlagen statt, die aus der EEG-Vergütung ausscheiden.

Bundeswirtschaftsministerium, mehrere Landesministerien und Vertreter der Branche haben im Rahmen eines Runden Tisches die Frage diskutiert, wie ein Weiterbetrieb von Altanlagen wirtschaftlich gesichert und das Repowering von Windenergieanlagen gestärkt werden kann. Mit am Tisch saßen der Bundesverband Windenergie (BWE) und der Industrieverband VDMA Power Systems. Während beide Verbände die große Bedeutung des Repowerings hervorheben, zeigen sich in Bezug auf den Weiterbetrieb der Anlagen unterschiedliche Positionen.

BWE wegen Strommarkt-Verwerfungen für zusätzliche wirtschaftliche Unterstützung
Der Bundesverband Windenergie hält eine auf 24 bis 36 Monate zeitlich begrenzte Unterstützung für den wirtschaftlichen Weiterbetrieb erforderlich, um die Verwerfungen auf dem Strommarkt durch COVID-19 auszugleichen. Der Weiterbetrieb sichere zunächst die installierte Kapazität und verschaffe die notwendige Zeit, um für neue Genehmigungen zu sorgen, so der BWE. Zudem braucht der wirtschaftliche Weiterbetrieb aus BWE-Sicht einen sehr schnellen Link zu Sektorenkopplung und Flexibilisierung, auf die alle Marktteilnehmer warten. Als entscheidend stuft der BWE das Repowering ein. Dafür brauche es einfache und schnelle Genehmigungen, die auf vorhandenem aufbauen. In diesem Zusammenhang fordert der BWE die Berücksichtigung kommunaler B- und F-Pläne, Standardisierung im Artenschutz, die Vereinfachung von Gutachten sowie die Beschleunigung der Verfahren. Eine Vergütung kann zeitlich auf 24 bis 36 Monate beschränkt werden, wenn Bestandsflächen gesichert bleiben, auf denen schnell repowert wird, fordert der BWE eine nationale Repoweringstrategie. „Wir brauchen zügig mehr Erneuerbare Energien. Die Bestandsflächen stellen dafür einen essentiellen Schlüssel dar“, betont BWE-Präsident Hermann Albers.

VDMA Power Systems gegen weitere Förderung von Altanlagen
Anders als der BWE spricht sich der VDMA Power Systems gegen eine Weiterförderung von Windenergie-Altanlagen aus. Grundsätzlich müssten zwar zum Erreichen der Klimaschutzziele alle vorhandenen Potentiale effizient genutzt werden. Wenn Anlagen nach Ende des 20-jährigen Förderzeitraums eine zusätzliche Förderung erhalten, würde dies allerdings den Anreiz nehmen, sie durch moderne, effizientere und ertragreichere Anlagen zu ersetzen, begründet VDMA Power Systems Geschäftsführer Matthias Zelinger die ablehnende Haltung. Wo Windparks aufgrund der durch die Corona-Krise zeitweise verringerten Strompreise unwirtschaftlich geworden sind, müssen aus VDMA-Sicht die erfolgreichen Corona-Hilfen der Bunderegierung anstelle eines neuen Strommarktinstruments greifen.

Zelinger verweist zudem auf den Markt der Direktbelieferung durch Power Purchase Agreements (PPA). „Dieser entwickelt sich gerade und ist für Industrieunternehmen eine zunehmend interessante Möglichkeit, ihre eigenen Ziele hin zur klimaneutralen Produktion zu erreichen. In diesem Rahmen kann ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb möglich sein.“ Es bleibe eine dringliche politische Aufgabe, mehr Flächen für die Windenergie bereitzustellen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und insbesondere effizientes Repowering zu ermöglichen, betont Zelinger die Bedeutung des Repowerings.

© IWR, 2020


22.10.2020

 



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