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Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3: Ørsted verkauft 50 Prozent-Anteil - BSH erlässt Planfeststellungsbeschluss

© Ørsted© Ørsted

Fredericia, Dänemark / Hamburg - Das dänische Energieunternehmen Ørsted plant in der Nordsee bis zum Jahr 2025 die Errichtung des 900 MW-Offshore Windparkkomplexes Borkum Riffgrund 3. Dabei hat das Unternehmen jetzt zwei wichtige Meilensteine erreicht.

Ørsted und der Fondsmanager Glennmont haben sich auf den Kauf eines 50-Prozent Anteils an dem geplanten Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 durch die britische Investmentgesellschaft verständigt. Der Kaufpreis liegt bei rd. 1,2 Mrd. Euro. Mit dem fast gleichzeitig durch das BSH erlassenen Planfeststellungsbeschluss hat das Projekt zudem eine weitere Hürde auf dem Weg zur Realisierung genommen.

Milliardenschwerer Verkaufs-Deal mit britischem Fondsmanager
Ørsted hat eine Vereinbarung mit dem Fondsmanager Glennmont Partners unterzeichnet, der einen Anteil von 50 Prozent an Ørsteds geplanten 900-MW-Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 3 erwerben wird. Bei der Transaktion handelt es sich um den ersten Verkauf eines Ørsted-Offshoreprojektes, der vor der endgültigen Investitionsentscheidung vertraglich fixiert wurde. Glennmont befindet sich zu 100 Prozent im Besitz des globalen Vermögensverwalters Nuveen (1,3 Billionen USD) und ist einer der größten europäischen Fondsmanager, der ausschließlich in saubere Energieinfrastrukturen investiert.

Die Vereinbarung mit Glennmont sieht vor, dass Ørsted den Windpark schlüsselfertig (EPC) errichtet, 20 Jahre lang Betriebs- und Wartungsdienstleistungen erbringt und einen Markt für den von Borkum Riffgrund 3 erzeugten Strom bereitstellt. Ørsted hat einen Abnahmevertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren entworfen, der Glennmont einen Fixpreis für 15 Jahre für den größten Teil des Volumens bietet, während bestimmte Volumina den Marktpreisen für Strom ausgesetzt bleiben sollen.

Der Gesamtwert der Transaktion wird sich voraussichtlich auf rund 9 Mrd. DKK (rd. 1,2 Mrd. Euro) belaufen und umfasst den Preis für den Erwerb eines 50 prozentigen Eigentumsanteils. Die Hälfte der Zahlungen wird Glennmont durch die anteilige Übernahme der Kosten im Rahmen des EPC-Vertrags für den gesamten Windpark leisten.

Ørsted hat bisher langfristige Stromabnahmeverträge zu festen Preisen für Borkum Riffgrund 3 für insgesamt 450 MW unterzeichnet. Ørsted arbeitet weiter an dem Ziel, weitere Stromabnahmeverträge abzuschließen, um das verbleibende Handelsrisiko in den ersten 10 Jahren und in den späteren Jahren des Projekts weiter zu optimieren.

Die Veräußerung steht unter dem Vorbehalt der endgültigen Investitionsentscheidung von Ørsted, die bis Ende 2021 erwartet wird, sowie der Erteilung der Projektgenehmigung und der Genehmigungen für Fusionen und ausländische Investitionen. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2021 oder das erste Quartal 2022 erwartet. Der Windpark-Komplex wird voraussichtlich 2025 in Betrieb genommen.

BSH erlässt Planfeststellungsbeschluss für Borkum Riffgrund 3
Mit Blick auf die Realisierung von Borkum Riffgrund 3, wurde mit dem jetzt durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erlassenen Planfeststellungsbeschluss ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Vorangegangen waren eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung und eine Umweltverträglichkeitsprüfung.

Die Zulassung umfasst 83 Windenergieanlagen mit einer Leistung von jeweils 11 MW, die in einer Wassertiefe von 28 bis 34 m errichtet werden. Bei einem Rotordurchmesser von 200 m haben die Windenergieanlagen eine Gesamthöhe von 242 m.

Erstmalig in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) werden in diesem Vorhaben Windenergieanlagen mit Kabelsystemen mit einer Übertragungsspannung von 66 kV direkt an eine Konverterplattform angeschlossen. Eine parkeigene Umspannplattform ist in dem Windpark daher nicht vorgesehen.

Das Vorhaben umfasst eine Fläche von 75 km2 und liegt in der westlichen Deutschen Bucht in einem Abstand von ca. 500 m zur niederländischen AWZ-Grenze in dem Vorranggebiet für Windenergie „Nördlich Borkum“ („Cluster 1“). Die Entfernung zu den nächstgelegenen Inseln beträgt bis Borkum rund 53 km, bis Juist rund 55 km und bis Norderney rund 66 km.

Das Vorhaben besteht aus den Teilprojekten Offshore-Windpark (OWP) West und Borkum Riffgrund West II mit jeweils 240 MW Leistung sowie Borkum Riffgrund West I mit 420 MW Leistung, für die die Bundesnetzagentur die erforderlichen Kapazitätszuschläge erteilt hat.

© IWR, 2021


21.10.2021

 



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