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Zentrales Modell: BNetzA startet erste Offshore-Wind-Ausschreibung nach neuem Verfahren

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Zentrales Modell: BNetzA startet erste Offshore-Wind-Ausschreibung nach neuem Verfahren

Bonn - Die Bundesnetzagentur hat eine neue Ausschreibung für drei Flächen in Nord- und Ostsee (N-3.7, N-3.8 und O-1.3) für die Errichtung von Offshore-Windparks gestartet. Einen Zuschlag für einen Windpark erhält jeweils der Bieter mit dem niedrigsten Gebot für die Realisierung des Windparks auf der Fläche. Für zwei der drei Flächen bestehen allerdings gesetzliche Eintrittsrechte der Unternehmen, die dort ursprünglich einmal Offshore-Windparks geplant hatten.

Das Ausschreibungsvolumen beträgt insgesamt 958 Megawatt, davon 658 MW in der Nordsee und 300 MW in der Ostsee. Der Höchstwert für Gebote beträgt 7,3 ct/kWh. Die Fertigstellung der Windparks ist für das Jahr 2026 geplant.

Nach den beiden Ausschreibungen in den Jahren 2017 und 2018 finden nun erstmals Ausschreibungen nach dem „zentralen Modell“ statt. Grundlage der Ausschreibungen ist die förmliche Eignungsfeststellung der drei Flächen. Diese ist das Ergebnis umfassender Voruntersuchungen, die das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) im Auftrag der Bundesnetzagentur durchgeführt und heute (26.02.21) auf seiner Internetseite veröffentlich hat. Das BSH untersuchte die Meeresumwelt, den Baugrund und die wind- und ozeanographischen Verhältnisse für die Flächen. Die Kosten der Voruntersuchung sollen nach dem Zuschlag auf die erfolgreichen Bieter umgelegt werden.

Die Gebote sind bis zum 1. September 2021 an die Bundesnetzagentur in Bonn zu richten. Nach der Prüfung der Gebote und Durchführung des Zuschlagsverfahrens werden die Bieter über die Entscheidung informiert. Darüber hinaus werden die Ausschreibungsergebnisse im Internet bekannt gegeben.

„Mit der heute gestarteten Ausschreibungsrunde 2021 nimmt der Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland endlich wieder Fahrt auf. Das ist nach der langen Pause ein wichtiger Impuls für die Branche. Jetzt heißt es alle Hebel in Bewegung setzen, die Ausbaulücke schnellstmöglich überwinden und den Zubau verstetigen“, begrüßt Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbands der Windparkbetreiber Offshore (BWO), grundsätzlich den Start der Ausschreibungen, sieht aber eine entscheidende Frage weiter ungeklärt. „Wir brauchen ein langfristiges Finanzierungsmodell, das Stromkunden und Investoren gleichermaßen entlastet und die Umsetzung geplanter Projekte gewährleistet“, kündigt Thimm an, sich gemeinsam mit einer breiten Allianz aus Industrie, Finanzwirtschaft und Wissenschaft weiter für die Einführung von Differenzverträgen für Offshore-Windprojekte einzusetzen.

© IWR, 2021

26.02.2021