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RWE, E.ON und Vattenfall haben Stromerzeugung für 2017 und 2018 schon verkauft

Münster - Die großen Stromerzeuger wie RWE, E.ON und Vattenfall verkaufen den Strom aus ihren Kraftwerken schon Jahre im Voraus. Für die Lieferung in den Jahren 2017 und 2018 konnten Strom-Verkaufspreise über den aktuellen Marktpreisen erzielt werden. Das gibt Planungssicherheit, hat aber auch Auswirkungen auf die Auslastung der Stromleitungen.

Nach einem Reuters-Bericht haben die großen Stromerzeuger die Auslastung ihrer Kraftwerke für die Jahre 2017 und 2018 größtenteils bereits verkauft. Wegen der vertraglich gesicherten Stromlieferung an die Kunden dürfte aber vor allem die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien weiter darunter leiden.

RWE, E.ON und Vattenfall haben Grundlast-Stromerzeugung für 2017 schon verkauft
RWE hat den Strom (Braunkohle und Kernenergie) für 2017 zu 90 Prozent zu einem Preis von 3 Cent pro kWh verkauft. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Auch für das Jahr 2018 sind 80 Prozent der Stromerzeugung aus den RWE-Kraftwerken zu Preisen unter 3 Cent pro KWh verkauft worden. Das ist ein Rückgang gegenüber den Vorjahren. Für das laufende Jahr 2016 hatte RWE in der Vergangenheit noch einen Preis von 3,5 Cent pro kWh erzielt.

Das E.ON Spin-off Unternehmen Uniper hat laut Reuters den Strom zur Lieferung im Jahr 2017 für rd. 3,3 Cent pro kWh vergeben und für das Lieferjahr 2018 zu rd. 2,8 Cent pro kWh. Vattenfall konnte 96 Prozent des Stroms für Kontinentaleuropa zu 4 Cent pro kWh für die Lieferung 2016, 82 Prozent für die Lieferung im Jahr 2017 zu 4,5 Cent pro kWh und 68 Prozent der Stromproduktion zur Lieferung im Jahr 2018 zu 3,8 Cent pro kWh verkaufen bzw. absichern.

Konventionelle Stromerzeugung verstopft die Stromleitungen
Regelmäßiger Streit entsteht bei der Frage, ob die Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken oder die Einspeisung regenerativer Energien für Netzengpässe verantwortlich ist. Eigentlicht genießt die regenerative Stromerzeugung in Deutschland einen Einspeisevorrang, dem stehen die vertraglichen Verpflichtungen zur Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken an die Stromkunden entgegen. Auch aus diesem Grund produzieren und laufen vor allem konventionellen Kraftwerke durch.

Kommt es zu Netzengpässen, werden nicht vorrangig die konventionellen Kraftwerke reduziert, sondern die Einspeisung aus regenerativen Kraftwerken abgeregelt. Die entstehenden Kosten für die Abregelung führen wiederum zu politischen Diskussionen über den Netzausbau und die gesamte Energiewende. Dies wird zumindest so lange andauern, bis die großen konventionellen Kraftwerke nach und nach abgeschaltet werden. Bis 2023 werden in Deutschland rd. 11.500 MW Kernkraftleistung vom Netz genommen und zwischen 2016 und 2019 insgesamt 2.700 MW Braunkohleleistung abgeregelt, die in den bezahlten Reserveruhestand wechseln.

© IWR, 2016

15.08.2016

 



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