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E-Auto als Einnahmequelle: Tibber lässt Autofahrer am kurzfristigen Stromhandel verdienen

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Berlin - E-Autofahrer können bei Tibber künftig mit der zeitlichen Flexibilität beim Laden ihres Fahrzeugs Geld verdienen. Der Stromanbieter erweitert sein Smart Charging in Deutschland um „Grid Rewards“ und vermarktet kurzfristig verschiebbare Ladevorgänge am Intraday-Strommarkt. Die daraus erzielten Erlöse werden den teilnehmenden Kunden auf der Stromrechnung gutgeschrieben.

Damit erhält das intelligente Laden von Elektroautos neben der Nutzung niedriger Strompreise eine zusätzliche wirtschaftliche Komponente. Für Tibber entsteht gleichzeitig ein Pool steuerbarer Verbraucher, deren Flexibilität sich gebündelt am Strommarkt vermarkten lässt. Für das Stromsystem kann flexibles Laden dazu beitragen, Stromangebot und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen und Abregelungen zu reduzieren.

Grid Rewards: Bis zu 150 Euro zusätzliche Erlöse im Jahr
Beim Smart Charging werden die Ladezeiten eines E-Autos bereits anhand der Strompreise optimiert. Mit Grid Rewards kann Tibber die Ladezeiten nun mit weniger als einer Stunde Vorlauf nochmals verändern und die dadurch entstehende Flexibilität am Intraday-Markt vermarkten. Der Kunde legt lediglich fest, wann das Fahrzeug welchen Ladezustand erreicht haben soll.

Die zusätzlichen Handelserlöse werden dem Kunden als Grid Rewards gutgeschrieben. Tibber beziffert diese derzeit auf bis zu 150 Euro pro Jahr. Zusammen mit Smart Charging sollen beim Laden eines typischen E-Autos Einsparungen und Erlöse von bis zu 440 Euro jährlich möglich sein. Werden zusätzlich reduzierte Netzentgelte berücksichtigt, nennt Tibber für ein E-Auto mit 10.000 Kilometern Jahresfahrleistung eine mögliche Entlastung der Stromrechnung von insgesamt bis zu 630 Euro pro Jahr. Bei den Beträgen handelt es sich um Berechnungen des Unternehmens.

§ 14a EnWG: E-Autofahrer profitieren zusätzlich von reduzierten Netzentgelten
Die von Tibber in die Gesamtrechnung einbezogene Netzentgeltreduzierung ist unabhängig von den Grid Rewards regulatorisch geregelt. Private Ladeeinrichtungen mit einer Netzanschlussleistung von mehr als 4,2 kW gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Im Gegenzug dafür, dass der Netzbetreiber ihren Strombezug bei drohender lokaler Netzüberlastung vorübergehend reduzieren kann, erhalten die Betreiber reduzierte Netzentgelte (§ 14a EnWG).

Beim von Tibber zugrunde gelegten Modul 1 handelt es sich um eine pauschale Netzentgeltreduzierung. Deren Höhe hängt vom jeweiligen Netzbetreiber ab. Der Netzbetreiber darf eine Wallbox bei einer drohenden lokalen Netzüberlastung vorübergehend auf eine Mindestbezugsleistung von 4,2 kW dimmen; das E-Auto kann damit weiter geladen werden.

Nutzen für Tibber: E-Autos bilden virtuelles Kraftwerk
Für Tibber entsteht aus vielen einzelnen flexibel ladbaren Elektroautos ein virtuelles Kraftwerk (Virtual Power Plant, VPP). Das Unternehmen bündelt die verschiebbare Ladeleistung und kann diese kurzfristig am Strommarkt vermarkten. Grid Rewards bilden nach Unternehmensangaben den ersten Baustein des Tibber-VPP in Deutschland.

Deutschland ist nach Norwegen, Schweden und den Niederlanden der vierte Tibber-Markt mit einem VPP. Über alle vier Länder kann das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen Flexibilitäten von rund 2 GW vermarkten.

„Grid Rewards sind kein Bonus, den Tibber seinen Kund:innen auszahlt, sondern die Erlöse aus dem Handel mit ihrer eigenen Flexibilität“, sagt Wilko Klaassen, Tibber-Chef für Deutschland und die Niederlande.

Flexibles Laden kann Abregelungen reduzieren
Auch für das Stromsystem gewinnt die Flexibilität von Elektroautos mit steigenden Fahrzeugzahlen an Bedeutung. Flexibles Laden kann generell dazu beitragen, Abregelungen zu reduzieren, indem Stromverbrauch zeitlich an das verfügbare Stromangebot und die Netzsituation angepasst wird. Steht beispielsweise kurzfristig viel Wind- oder Solarstrom zur Verfügung, können Ladevorgänge in diese Stunden verschoben und Erzeugungsspitzen besser genutzt werden.

Mit Grid Rewards schafft Tibber einen zusätzlichen wirtschaftlichen Anreiz, diese Flexibilität zur Verfügung zu stellen. Über den Intraday-Markt können die Ladevorgänge kurzfristig an Veränderungen von Stromangebot und Nachfrage angepasst werden.

Davon zu unterscheiden ist die netzorientierte Steuerung nach § 14a EnWG. Sie ermöglicht es Verteilnetzbetreibern, den Leistungsbezug von Wallboxen bei einer konkreten lokalen Netzüberlastung zeitweise zu reduzieren. Für E-Autofahrer entstehen damit zwei unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Flexibilität wirtschaftlich zu nutzen: über die Vermarktung am Strommarkt und über reduzierte Netzentgelte für die netzorientierte Steuerbarkeit.

Grid Rewards sind nach Angaben von Tibber ab sofort für Kunden mit Smart Meter, volldynamischem Tarif und Smart Charging verfügbar. Zusätzliche Kosten fallen nicht an.

© IWR, 2026


10.09.2026

 



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