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Studie: Bis 2030 hohes Potenzial zur Kostensenkung bei Wasserstoff und Brennstoffzellen

© Hydrogen Council© Hydrogen Council

Brüssel, Belgien - Mittlerweile 81 nationale und internationale Industrieunternehmen engagieren sich im „Hydrogen Council“. Ziel ist es, die Kommerzialisierung des Wasserstoff- und Brennstoffzellensektors zu beschleunigen. Eine neue Studie der Initiative liefert vielversprechende Ergebnisse für die zu erwartende Kostenentwicklung.

Noch sind die Kosten hoch, gleichwohl gelten grüner Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien als wichtiger Baustein der globalen Energiewende. Das sehen auch die über 80 nationalen und internationalen Industrievertreter des Hydrogen Councils so, darunter namhafte, aus den verschiedensten Bereichen stammende Mitglieder wie Airbus, Air Liquide, Audi, Ballard Power, BMW, Bosch, Daimler, GM, Hexagon, Honda, Plug Power, Royal Dutch Shell oder Schaeffler. Die Initiative hat mit Unterstützung der Strategie- und Unternehmensberatungen Mc Kinsey und E4tech eine Studie zu Kostenentwicklung von Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen erstellt. Demnach sollten die Kosten schneller sinken als erwartet.

Kosten für Reihe von Anwendungen könnten bis 2030 um bis zu 50 Prozent sinken
Der neue Bericht „Path to hydrogen competitiveness: A cost perspective“, des Hydrogen Councils zeigt, dass die Kosten für Wasserstoffbasierte Energielösungen bereits innerhalb des nächsten Jahrzehnts und damit früher als erwartet stark sinken könnten. Die Studie basiert auf einem Pool von 25.000 Datensätzen, die bei 30 Unternehmen gesammelt und nach einer strengen Methodik analysiert wurden. Die Daten decken die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette in vier Schlüsselregionen ab (USA, Europa, Japan/Korea und China).

Im Ergebnis zeigt die Auswertung, dass die Kosten mit dem Upscaling der Wasserstoffproduktion, -verteilung sowie der Herstellung von Geräten und Komponenten für ein breites Spektrum von Anwendungen bis 2030 voraussichtlich um bis zu 50 Prozent sinken. Dadurch werden Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen gegenüber anderen kohlenstoffarmen Lösungen und in einigen Fällen sogar gegenüber konventionellen Systemen wettbewerbsfähig. Für mehr als 20 von insgesamt 35 analysierten Anwendungsfällen, könnte der Wasserstoffweg die bevorzugte Option für die Dekarbonisierung sein, darunter Anwendungen wie z.B. Fern- und Schwerlasttransporte, Industrieheizungen und Rohstoffe für die Schwerindustrie, die zusammen etwa 15 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs ausmachten, so die Einschätzung des Hydrogen Councils.

Dem Bericht zufolge sind die Kostensenkungen hauptsächlich auf Skaleneffekte zurückzuführen, die sich auf die drei Hauptkostentreiber, d.h. die Herstellungskosten für kohlenstoffarmen bzw. regenerativem Wasserstoff, die Verteilungs- und Betankungskosten und die Kosten für die Herstellung von Komponenten für Endgeräte auswirken.

Um die Kostensenkungspotenzial zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit von Wasserstoff zu erreichen, sind nach Einschätzung des Rates allerdings unterstützende Maßnahmen in den wichtigsten Regionen erforderlich. Zudem müssten flankierend rd. 70 Milliarden US-Dollar bis 2030 bereitgestellt werden. Diese Zahl sei zwar beträchtlich, mache aber weniger als 5 Prozent der jährlichen weltweiten Energieausgaben aus.

Aktienkurse von Ballard Power und Plug Power profitieren von Zukunftsaussichten
Das große Zukunftspotenzial, das in Wasserstoff- und Brennstoffzellenanwendungen gesehen wird, spiegelt sich auch in der Entwicklung der im regenerativen Aktienindex RENIXX World gelisteten Brennstoffzellentitel Ballard Power (Kanada) und Plug Power (USA) wider. Nach einem Anstieg von 188 Prozent im Jahr 2019 auf 6,40 Euro ist der Kurs von Ballard Power seit Anfang 2020 um über 50 Prozent auf aktuell rd. 10 Euro stark gestiegen. Ähnlich auch die Entwicklung beim US-Mitbewerber Plug Power, dessen Aktienkurs 2019 um 145 Prozent auf 2,84 Euro angestiegen und seit Jahresanfang weiter um fast 40 Prozent auf etwa 3,9 Euro geklettert ist.

© IWR, 2020


07.02.2020

 



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