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Deutschland steigt spätestens 2038 aus der Kohleverstromung aus

© Achim Melde© Achim Melde

Berlin – Deutschland steigt in Etappen und spätestens bis 2038 aus der Kohleverstromung aus. Der Bundestag hat heute (03.07.2020) das Gesetz zum Kohleausstieg und gleichzeitig das Strukturstärkungsgesetz (StStG) für die betroffenen Kohleländer beschlossen.

In Deutschland sind heute die entscheidenden Weichen für den historischen Schritt in Richtung Dekarbonisierung gestellt worden. Nach der Verabschiedung des Kohleausstiegsgesetzes im Bundestag muss noch der Bundesrat zustimmen.

Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 - Kohleländer erhalten Strukturhilfen
Das Zeitalter der Kohleverstromung in Deutschland neigt sich dem Ende entgegen. Spätestens 2038 soll kein Strom mehr aus deutschen Kohlekraftwerken stammen. In der Zwischenzeit wird der Ausstieg in Etappen organisiert. Die Betreiber von Kohlekraftwerken erhalten Milliarden-Entschädigungen für die vorzeitige Stilllegung der Altanlagen. Auch Umrüstungen sind vorgesehen. Mit Blick auf die Sicherheit der Stromversorgung, Entwicklung des Strompreises sowie des Klimaschutzes will die Bundesregierung 2022, 2026, 2029 und 2032 überprüfen, welche Fortschritte es beim Kohleausstieg gibt. 2026 und 2029 soll zudem in die Prüfung einbezogen werden, ob der endgültige Kohleausstieg schon drei Jahre früher möglich ist, also im Jahr 2035. Geklärt werden soll auch noch, ob für vergleichsweise junge Steinkohlekraftwerke, die erst seit 2010 in Betrieb sind, eine Anpassung des Stilllegungsrahmens erforderlich wird.

Die Kohle-Bundesländer sollen auf dem Weg, aus den alten Kohleregionen neue Zukunftsregionen zu gestalten, staatliche Fördermittel vom Bund erhalten. Die Bundesregierung will den Strukturwandel bis 2038 mit bis zu 40 Milliarden Euro aus Steuermitteln unterstützen.

Einstieg: Ausbau der Erneuerbaren Energien, Bau von Gaskraftwerken und Wasserstoff-Strategie
Mit dem Richtungswechsel und Ausstieg aus der Kohleverstromung geht die Frage der zukünftigen Alternativen einher. „Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien zur Erreichung des 65-Prozent-Ziels werden der Bau neuer Gaskraftwerke mit KWK-Nutzung und die Nationale Wasserstoff-Strategie der Bundesregierung die Kernelemente in der ersten Phase des energetischen Transformationsprozesses sein“, sagt IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Wirtschaftliche Grundlage für den Bau neuer, CO2-armer Kraftwerke sind allerdings die Preise an der Strombörse, die aktuell für Neuinvestitionen wegen der vorhandenen Überkapazitäten eigentlich viel zu niedrig sind, so Allnoch.

Ende der Nutzung der Atomenergie in Deutschland im Jahr 2022
Aktuell sind in Deutschland noch sechs Atomkraftwerke mit einer Leistung von rd. 8500 MW in Betrieb. Erst Ende 2021 erfolgt mit den Atomkraftwerken Grohnde (1.430 MW), Gundremmingen C (1.344 MW) und Brokdorf (1.480 MW) die nächste Abschaltungswelle. Das Ende der Nutzung der Atomenergie in Deutschland ist das Jahr 2022. Dann werden die Atomkraftwerke Neckarwestheim 2 (1.400 MW), Isar II (1.485 MW) und Emsland (1.400 MW) endgültig vom Netz genommen.

© IWR, 2020


03.07.2020

 



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