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Jahreszubau 2020: Mehr Solar - weniger Windkraftleistung

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Münster - Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland bleibt auch im November 2020 dynamisch, der Gesamtzubau im Jahr 2020 wird deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Anders sieht es beim Windenergie-Ausbau aus, der im November auf niedrigem Niveau verbleibt und im Jahresendspurt keine neuen Impulse setzen kann.

Die positive Entwicklung des PV-Marktes in Deutschland im laufenden Jahr 2020 setzt sich auch im November 2020 weiter fort. Die Branche steuert auf ihr bestes Jahr seit langem zu. Seit dem Wechsel auf das staatlich gesteuerte Ausschreibungs-Mengensystem stockt dagegen der jährliche Zubau an Windkraftleistung in Deutschland. Im Gesamtjahr 2020 kommt es zu einem weiteren, deutlichen Rückgang.

PV-Zubau 2020 überschreitet Marke von 5.000 MW
Der Photovoltaik-Markt in Deutschland hat im vergangenen Monate seine dynamische Entwicklung weiter fortgesetzt. Wie im Oktober, so bleibt auch im November 2020 das Niveau der Neuinbetriebnahmen mit über 600 MW hoch. Insgesamt wurden in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis November 2020 rund 160.000 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 5.170 MW neu in Betrieb genommen. Das zeigt eine IWR-Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (BNetzA) (Stand: 02.12.2020). Bezogen auf die regionale Differenzierung der neu in Betrieb genommenen PV-Anlagen führt Bayern (rd. 1.235 MW) im Bundesländerranking mit deutlichem Abstand vor NRW (rd. 720 MW) und Baden-Württemberg (rd. 624 MW).

Bei einer Fortsetzung der hohen monatlichen Installationen im Dezember könnte der PV-Ausbau im Gesamtjahr 2020 auf deutlich über 5.500 MW (brutto, d.h. ohne Rückbau von Altanlagen) ansteigen (BNetzA-Daten 2019: 4.160 MW). Damit entwickelt sich der nationale PV-Markt zwar mit einer hohen Dynamik. Gleichwohl bleibt die Marktentwicklung noch weit unter dem Niveau des bislang besten Branchenjahres 2012 mit Neuinstallationen von über 8.000 MW PV-Leistung (netto).

Windenergie-Zubau 2020 im November weiter ohne Dynamik
Auf dem deutschen Windenergie-Markt ist es nach der schwachen Entwicklung von Januar bis Oktober 2020 auch im November 2020 nicht zu einer erkennbaren Belebung gekommen. Im November wurden nach den Daten des Marktstammdatenregisters der BNetzA an Land Windenergieanlagen mit einer Leistung von etwa 145 MW neu in Betrieb genommen (Stand: 02.12.2020). Damit steigt die Gesamtleistung der Inbetriebnahmen von Onshore-Windenergieanlagen von Januar bis November 2020 auf rund 1.180 MW. Im Bundesländerranking führt dabei Nordrhein-Westfalen (249,7 MW), vor Brandenburg (174,5 MW) und Niedersachsen (168,2 MW).

Mangels aktueller Offshore-Projekte liegt der Ausbau der Offshore-Windenergie im November 2020 weiter auf Eis. Die Offshore-Inbetriebnahmen von Januar bis Oktober verbleiben damit bei einer Leistung von 218,9 MW, im Gesamtjahr 2019 waren es nach den BNetzA-Daten noch 1.135 MW Offshore-Windenergieleistung. Insgesamt sind On- und Offshore von Januar bis November 2020 rund 390 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1.400 MW neu in Betrieb gegangen.

Perspektive 2020: Onshore-Ausbau zieht an - Offshore-Zubau bricht ein
Wenn sich die Neuinbetriebnahmen im Bereich Windenergie an Land auch im Dezember 2020 auf dem Niveau von November und Oktober bewegen, könnte der Onshore-Zubau für das Gesamtjahr bei etwa 1.300 MW liegen und die IWR Prognose vom September für das Gesamtjahr 2020 (1.200 MW) leicht übertroffen werden. Damit läge der Zubau zwar über dem Vorjahr (BNetz-Daten 2019: 981 MW), allerdings reicht der Onshore-Zuwachs nicht aus, um den Einbruch bei der Offshore Windenergie zu kompensieren. In der Summe wird der Gesamtzubau an neuer Windkraftleistung 2020 damit noch einmal deutlich niedriger ausfallen, als im bereits schwachen Vorjahr 2019.

Über die Solar- und Windenergie-Daten des BNetzA-Marktstammdatenregisters
Die IWR-Auswertung von Daten des BNetzA-Marktstammdatenregisters mit Stand vom 02.12.2020 stellt eine Momentaufnahme dar. Kriterium ist das Datum der Inbetriebnahme. Betrachtet wird die Bruttoleistung der Anlagen. Statistische Änderungen (auch rückwirkend) sind wegen einzelner Nachmeldungen von Anlagen oder Korrekturen zum Anlagenregister durch die BNetzA jederzeit möglich. Diese Unschärfen führen allerdings nicht zu Änderungen an den Trendaussagen. Aufgrund methodischer Unterschiede ist ein direkter Vergleich der IWR-Auswertung mit der monatlich durch die BNetzA vorgenommenen Auswertung der EEG-Zubauwerte nicht möglich.

© IWR, 2020


04.12.2020

 



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