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Trianel: Ohne Batteriespeicher keine Energiewende - Kritik an Verunsicherung durch Bundesnetzagentur

© Trianel© Trianel

Aachen - Batteriespeicher gelten als Schlüsseltechnologie der Energiewende, doch regulatorische Unsicherheiten bremsen den Ausbau. Trianel hat auf der auf der E-world 2026 verdeutlicht, wie Speicherprojekte wie Waltrop und Virtuelle Kraftwerke Flexibilität liefern, Systemkosten senken und die Strommärkte effizient verbinden.

Der geplante Batteriepark Waltrop mit 900 MW Leistung und 1.800 MWh Kapazität soll 2028 starten. Trianel zeigt, dass Großspeicher heute technisch beherrschbar und wirtschaftlich darstellbar sind, ihre volle Wirkung jedoch nur im Verbund über Virtuelle Kraftwerke entfaltet wird. Investitionssicherheit und politische Rahmenbedingungen entscheiden über den Erfolg der Speicherintegration.

Politische Weichenstellungen als Schlüssel für Investitionen
Batteriespeicher tragen entscheidend zur Stabilisierung des Stromsystems bei, werden aber regulatorisch häufig benachteiligt. Die Diskussion der Bundesnetzagentur zur Einführung von rückwirkenden Speichernetzentgelten treibt die regulatorische Unsicherheit derzeit aus Sicht von Trianel allerdings auf die Spitze. Speicher sollen Netzentgelte zahlen, obwohl sie nach Gesetz eigentlich 20 Jahre lang befreit wären.

Markus Hagel, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation & Energiepolitik bei Trianel GmbH, betont: „Ohne Batteriespeicher wird die Energiewende unnötig teuer. Sie sind keine Nischentechnologie, sondern systemrelevante Flexibilität. Dafür braucht es jetzt klare politische Weichenstellungen“

Trianel fordert einen investitionssicheren Rahmen, der Batteriespeicher als eigenständige systemische Flexibilität anerkennt. „Batteriespeicher müssen regulatorisch als das behandelt werden, was sie sind. Sie sind weder Erzeuger noch Verbraucher, sondern ein zentraler Baustein für ein stabiles und effizientes Energiesystem“, so Hagel weiter.

Fehlende Planungssicherheit, unklare Marktrollen, Baukostenzuschüsse und Eingriffe in die Vermarktung verzögern Investitionen. Für die Branche ist dies ein kritisches Signal, da der systemische Bedarf an Flexibilität klar gegeben ist.

Batteriepark Waltrop: Großspeicher für die Praxis
Das Großspeicherprojekt Trianel Batteriepark Waltrop zeigt, wie Batteriespeicher in der Praxis umgesetzt werden. Mit 900 MW Leistung und 1.800 MWh Kapazität direkt neben dem Trianel Kraftwerksstandort Lünen ist der Zwei-Stunden-Speicher für Mitte 2028 geplant. Netzanschluss, Flächensicherung und Investorenstruktur sind bereits geklärt; die Baugenehmigung wird im Februar 2026 erwartet.

Klaus Horstick, Geschäftsführer Trianel Flexibilitätsprojekte GmbH & Co. KG, erklärt: „Der Batteriepark Waltrop zeigt, dass Großspeicher heute technisch beherrschbar, finanzierbar und wirtschaftlich darstellbar sind. Dass bislang nur wenige Investitionsentscheidungen für Batteriespeicher gefallen sind, liegt nicht an fehlenden Projekten oder mangelndem Interesse. Es liegt an unsicheren politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.“

Die Wirtschaftlichkeit des Projekts basiert vollständig auf Markterlösen, da Batteriespeicher ohne EEG-Förderung auskommen müssen. Optimierungspotenziale im Projektverlauf könnten zudem die Projektkosten weiter senken.

Virtuelles Kraftwerk: Flexibilität im Verbund nutzen
Über das Virtuelle Kraftwerk von Trianel werden Speicher automatisiert gesteuert und an verschiedenen Märkten eingesetzt, darunter Intraday-Handel und Regelenergie. Dieser Multi-Market-Ansatz ermöglicht es, Flexibilität dort einzusetzen, wo sie den höchsten Wert erzielt.

Lars Becker, Leiter Virtuelles Kraftwerk, unterstreicht: „Besonders dezentrale Batteriespeicher entfalten ihren vollständigen wirtschaftlichen und systemischen Nutzen erst im Verbund. Im Virtuellen Kraftwerk werden sie automatisiert gesteuert, kontinuierlich optimiert und marktübergreifend eingesetzt.“

„Die Vermarktung von Batteriespeichern ist ein hochkomplexer Prozess. Entscheidend ist eine vollautomatisierte Optimierung, die Fahrweise und Marktzugänge laufend anpasst und dabei verschiedenste Marktdynamiken berücksichtigt“, ergänzt Becker.

Batteriespeicher werden damit nicht nur als Investitionsobjekte, sondern als zentrale Markt- und Systemakteure positioniert, deren Ausbau entscheidend für die Effizienz und Kostenstabilität der Energiewende ist.

© IWR, 2026


16.02.2026

 



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