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Fünfjahresplan: China beschleunigt Ausbau der Offshore-Windenergie massiv – 100.000 MW bis 2030

Peking – China treibt den Ausbau der erneuerbaren Energien mit rasantem Tempo voran. Jetzt hat die Volksrepublik einen weiteren Meilenstein beim Ausbau der Offshore-Windenergie erreicht. Die ersten Turbinen des Qiyuan-Offshore-Windparks in der Provinz Hainan wurden ans Stromnetz angeschlossen und produzieren sauberen Strom. Die Ausbaudynamik dürfte in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Bis 2030 plant China, die Windenergieleistung des Landes massiv zu erhöhen, darunter einen signifikanten Ausbau der Offshore-Windenergie. Im Rahmen der Planungen für den 15. Fünfjahreszeitraum 2026–2030 wird laut Branchenangaben, die von der Beijing Declaration on Wind Energy 2.0 getragen werden, eine jährliche Neuinstallation von mindestens 120.000 MW (120 GW) Windkraftleistung onshore und offshore angestrebt.

Erste Offshore-Windkraftanlagen im Qiyuan-Offshore-Windpark produzieren Strom
In der südchinesischen Provinz Hainan sind im Offshore-Windpark Qiyuan, entwickelt von der CHN Energy Longyuan Power, die ersten Offshore Windturbinen am 05.04.2026 an das Stromnetz angeschlossen worden. Der Windpark hat eine Gesamtleistung von 500 MW und besteht aus 22 Turbinen mit je 10 MW und 20 Turbinen mit je 14 MW. Li Hao, stellvertretender Geschäftsführer der Hainan-Niederlassung von CHN Energy Longyuan Power, erklärte, dass die 14-Megawatt-Turbinen erstmals in Betrieb genommen werden. Zudem werden Technologien wie horizontal gesteuertes Bohren und Drohnenvermessungen zur Überwachung des Meeresboden-Ökosystems eingesetzt.

China: Windkraftanlagen mit 650 000 MW Leistung bereits in Betrieb
China steuert auf einen weiteren, rasanten Ausbau der Windkraftleistung zu. Daten der Nationalen Energieverwaltung NEA zeigen, dass Chinas installierte gesamte Windkraftkapazität bis Ende Februar 2026 ca. 650 GW (650 000 MW) erreicht hat, ein Plus von etwa 22,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die netzgekoppelte Offshore-Windkraftkapazität überschritt dabei 47 GW (47.000 MW). Dieser Trend wird sich nach Einschätzung von Branchenvertretern in den nächsten Jahren fortsetzen.

Die chinesische Offshore-Windkraftindustrie will sich mit der eigenen technologischen Basis und einer vollständigen Wertschöpfungskette von der Entwicklung bis zum Betrieb weltweit neue Wettbewerbsvorteile verschaffen. China hat zudem Prototypen von Offshore-Windturbinen mit Leistungen zwischen etwa 18 MW und 22 MW entwickelt, die derzeit zu den leistungsstärksten Offshore-Turbinen weltweit zählen. Zum Vergleich: Hersteller wie Vestas, Siemens Gamesa und GE Vernova bieten Offshore-Windturbinen mit rund 15 MW im industriellen Standard an.

China: Was der 15. Fünfjahresplan 2026 - 2030 als Richtung vorgibt
In China geben die Fünfjahrespläne die strategische Richtung vor. Ein klares Regierungspapier mit exakten Zahlenangaben zum Ausbau einzelner Energietechnologien ist derzeit noch nicht vollständig öffentlich verfügbar. Allerdings legen offizielle Industrie- und Planungsdokumente sowie staatlich begleitete Deklarationen nahe, dass China im 15. Fünfjahreszeitraum 2026–2030 die installierte Windkraftleistung deutlich steigern will.

Demnach wird laut der Beijing Declaration on Wind Energy 2.0 angestrebt, die jährlich neu installierte Windenergieleistung auf mindestens 120.000 MW (120 GW) zu erhöhen, darunter mindestens 15 GW Offshore-Windkraft pro Jahr, um bis 2030 insgesamt etwa 1.300.000 MW (1.300 GW) installierte Windleistung zu erreichen.

Die Offshore-Windkraft soll dabei in Schlüsselseeregionen wie dem Bohai-Meer, Gelben Meer, Ostchinesischen Meer und Südchinesischen Meer ausgebaut werden. Zudem wird die geordnete Entwicklung von tiefsee- und weit vor der Küste gelegenen Projekten unterstützt, inklusive integrierter Konzepte etwa Windkraft kombiniert mit Wasserstoff- oder Ammoniakproduktion.

Um das Gesamtziel, in China bis 2030 eine Windkraftleistung von 1,3 TW (1.300 GW) zu erreichen, ist ein jährlicher Nettozubau von über 120 GW Windkraftleistung notwendig, davon etwa 15 GW im Offshore-Sektor.

© IWR, 2026


08.04.2026

 



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