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Frankreich startet 10-GW-Offshore-Wind-Ausschreibung – Industriepolitik rückt in den Mittelpunkt

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Paris – Frankreich hat den Start einer neuen Offshore-Wind-Ausschreibung mit einem Gesamtvolumen von rund 10 Gigawatt (GW) eingeleitet. Die Vergabe erfolgt im Rahmen der Energieplanungen der Programmation pluriannuelle de l’énergie (PPE3) und treibt den Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee und im Atlantik weiter voran.

Die Ausschreibung ist ein zentraler Baustein der künftigen französischen Stromerzeugungsstrategie. Sie bündelt erstmals zwei ursprünglich getrennte Offshore-Windverfahren und umfasst sowohl fest verankerte als auch schwimmende Windkraftprojekte (Floating Offshore). Die Vergabeentscheidung wird für Februar 2027 erwartet.

Industriepolitische Ausrichtung der Offshore-Ausschreibung
Im Mittelpunkt der aktuellen Offshore-Strategie steht zunehmend die industriepolitische Ausgestaltung der Projekte. Frankreich verknüpft den Ausbau der Offshore-Windenergie im Rahmen der PPE3 ausdrücklich mit Zielen der Energiesouveränität und der Stärkung industrieller Wertschöpfungsketten in Europa.

Die Ausschreibungsstruktur zielt dabei nicht allein auf den Zubau von Erzeugungskapazitäten, sondern auch auf die Absicherung industrieller Fertigungskompetenzen im Bereich Offshore-Windenergie. Dazu zählen insbesondere Anforderungen an die Stabilität und Resilienz der Lieferketten sowie eine stärkere Einbindung europäischer Industrieakteure.

„Die Energiestrategie zielt darauf ab, die Energie-Souveränität Frankreichs zu stärken und die Reindustrialisierung des Landes durch den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen“, heißt es in der politischen Einordnung der PPE3-Strategie.

Damit wird Offshore-Windenergie zunehmend zu einem industriepolitischen Instrument der französischen Energie- und Standortpolitik.

PPE3 als Rahmen für den Ausbau der Offshore-Windenergie in Frankreich
Die Offshore-Windenergie-Ausschreibung ist eingebettet in die französische Programmation pluriannuelle de l’énergie (PPE3), die den energiepolitischen Pfad bis Mitte der 2030er Jahre vorgibt. Zentrales Ziel ist der koordinierte Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten bei gleichzeitiger Stärkung der industriellen Wertschöpfung im Energiesektor.

Neben dem Ausbau der Offshore-Windenergie umfasst PPE3 auch die Weiterentwicklung der Onshore-Wind- und Solarenergie sowie den Erhalt und die Modernisierung der französischen Kernenergieflotte. Damit verfolgt Frankreich einen systemischen Ansatz, der Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung und Industriepolitik eng miteinander verknüpft.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Absicherung europäischer Industrieanteile in zentralen Wertschöpfungsketten der Energiewende, insbesondere bei Turbinen, Offshore-Infrastruktur und Netzanbindungstechnologien. Offshore-Windenergie wird damit nicht nur als Energiequelle, sondern auch als industriepolitischer Hebel zur Stärkung der europäischen Fertigungsbasis verstanden.

© IWR, 2026


15.06.2026

 



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