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E-Laden beim Einkaufen: Handel setzt auf Schnelllade-Strategie – REWE und EnBW erreichen 500. Standort

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Köln – Parallel zum Ausbau der Elektromobilität baut der Einzelhandel seine Ladeinfrastruktur weiter aus und setzt zunehmend auf leistungsstärkere Ladepunkte. Kundinnen und Kunden können ihr Fahrzeug so bequem während des Einkaufs aufladen. Das zeigt eine Erhebung des EHI Retail Institute. Die anstehende Novelle des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG) eröffnet dem Handel dafür mehr Spielraum.

Nach dem EHI-Whitepaper „Elektromobilität im Handel 2026" bieten bereits 89 Prozent der befragten Handelsketten ihren Kundinnen und Kunden Lademöglichkeiten für Elektroautos an, weitere 7 Prozent planen dies. Das Angebot ist damit nahezu flächendeckend. Zugleich wächst laut EHI der Anteil der High Power Charger (HPC) mit mehr als 150 Kilowatt Ladeleistung gegenüber dem Vorjahr weiter.

EnBW und REWE: Ziel von 1.000 Standorten im Fokus
Wie weit der Ausbau leistungsstarker Ladeinfrastruktur im Handel fortgeschritten ist, zeigt ein aktueller Meilenstein. Der Energiekonzern EnBW hat an Märkten der REWE Group seinen 500. Schnellladestandort in Betrieb genommen – die Hälfte des bis 2030 geplanten Netzes von bis zu 1.000 Standorten. Die mehr als 2.200 Ladepunkte an REWE- und PENNY-Märkten laden mit bis zu 400 Kilowatt. In 15 Minuten lässt sich damit laut EnBW ein Reichweitenzugewinn von bis zu 400 Kilometern erzielen. Seit dem ersten gemeinsamen Standort im Herbst 2022 wurden dort nach Unternehmensangaben bereits mehr als fünf Millionen Ladevorgänge durchgeführt. „Der Haupteinkaufstag Samstag ist statistisch der Tag mit den meisten Ladevorgängen. Das zeigt, dass das Konzept Laden am Einzelhandel funktioniert und der Aufbau von Ladeinfrastruktur an Supermärkten die richtige Strategie ist", sagt Martin Römheld, Leiter der Elektromobilitätssparte bei der EnBW, laut Unternehmensangaben.

E-Auto laden und gleichzeitig einkaufen: EDEKA plant 300 Standorte bis 2028
Auch andere Handelsketten setzen zunehmend auf spezialisierte Partner statt auf reinen Eigenbetrieb. Die EDEKA-Tochter CEV Handelsimmobilien hat mit dem Schnellladeanbieter Electra eine Kooperation geschlossen, um bis 2028 rund 300 Standorte des EDEKA-Verbunds mit Schnellladeparks auszustatten. Parallel baut die Regionalgesellschaft EDEKA Minden-Hannover ihr eigenes Ladenetz aus: 2025 kamen 60 weitere Standorte hinzu, insgesamt betreibt sie nun an 204 Marktstandorten eigene, ausschließlich mit erneuerbarem Strom versorgte Ladesäulen mit Fokus auf DC-Schnelllader bis 150 Kilowatt. ALDI SÜD wiederum setzt auf eigene Ladehubs: An ersten Standorten in Köln und Karlsruhe können bereits bis zu sechs Fahrzeuge gleichzeitig mit bis zu 200 Kilowatt laden – nach Unternehmensangaben genug für bis zu 500 Kilometer zusätzliche Reichweite in 30 Minuten. 40 weitere Standorte sollen folgen. Aktuell betreibt ALDI SÜD nach eigenen Angaben mehr als 700 E-Ladestationen mit rund 1.600 Ladepunkten. Lidl bietet bereits an mehr als 700 Filialen Lademöglichkeiten und lässt im Rahmen einer 2024 vereinbarten Kooperation mit EWE Go an mehreren hundert weiteren Filialen Schnelllader mit mindestens 150 Kilowatt errichten.

EHI-Whitepaper: Fremdbetreiber setzen stärker auf Hochleistungslader
Dass Partner wie EnBW und Electra beim Schnellladen am Handel eine wachsende Rolle spielen, hat laut EHI System: Bei Ladepunkten, die von spezialisierten Charge Point Operatoren (CPO) betrieben werden, liegt der Anteil an High Power Chargern bei 62 Prozent. Bei Ladestationen in Eigenbetrieb – wie bei ALDI SÜD oder EDEKA Minden-Hannover – sind es nur 33 Prozent, da Installation und Instandhaltung leistungsstarker Schnelllader ressourcenintensiv sind. Für das Whitepaper befragte das EHI Retail Institute im Februar 2026 online 32 Handelsketten mit 42.099 Filialen, 11 Shopping- und Fachmarktcenter sowie sieben Charge Point Operator.

GEIG-Novelle: Neue Vorgaben ab 1. Januar 2027
Die GEIG-Novelle wurde am 28. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet und tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft. Für Bestandsgebäude mit mehr als 20 Stellplätzen gilt dann: Statt eines Ladepunkts je zehn Stellplätze reicht alternativ eine Gesamtladeleistung, die der Stellplatzanzahl multipliziert mit 1,1 Kilowatt entspricht. Für einen Supermarkt mit 100 Stellplätzen sind so mindestens 220 Kilowatt gefordert – etwa fünf Ladepunkte mit mehr als 50 Kilowatt oder zwei mit 150 Kilowatt, wie Cathrin Klitzsch, Projektleiterin Klima + Energie/Elektromobilität beim EHI Retail Institute, im Interview mit dem EHI-Magazin Stores + Shops erläutert. Bereits jetzt sind laut EHI-Befragung 70 Prozent aller Ladepunkte auf Handelsparkplätzen Schnellladepunkte. „Mit der neuen Planungssicherheit haben die Händler die Chance, ihre Ladeinfrastruktur kundengerecht zu entwickeln", sagt Klitzsch.

Für den Einzelhandel wird die Ladeinfrastruktur damit zunehmend zum strategischen Ausstattungsmerkmal, bei dem spezialisierte Ladenetzbetreiber eine wachsende Rolle übernehmen.

© IWR, 2026


17.08.2026

 



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