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Turnaround erfolgreich abgeschlossen: Enercon sichert Wachstumskurs mit neuer Milliardenfinanzierung

© Enercon© Enercon

Aurich – Enercon hat seine mehrjährige Restrukturierung nach der Krise auf dem Onshore-Windmarkt nach Unternehmensangaben formell abgeschlossen. Mit der vorzeitigen Rückzahlung eines Staatskredits und einer neuen Bankenfinanzierung sieht der Windkraftanlagenhersteller die Basis für den weiteren Wachstumskurs des Unternehmens gesichert.

Enercon setzt neben dem klassischen Anlagenbau zunehmend auf Hybridprojekte aus Windenergie und Batteriespeichern sowie auf Industriestromkonzepte, mit denen sich Windparks flexibler und wirtschaftlicher betreiben lassen. Nach eigenen Angaben baut das Unternehmen damit sein Leistungsportfolio über den reinen Anlagenbau hinaus aus. Die neue Finanzierungsbasis soll diese strategische Neuausrichtung absichern.

Neue Milliarden-Avalfazilität und Rückzahlung der Staatshilfe

Enercon hat mit seinen Finanzierungspartnern einen neuen Konsortialkreditvertrag über ein Volumen von 1 Mrd. Euro abgeschlossen. Bei der als Avalfinanzierung strukturierten Fazilität stellen die Banken Garantien und Bürgschaften für Enercon bereit, mit denen das Unternehmen unter anderem vertragliche Verpflichtungen absichern kann. Die Grundlaufzeit beträgt drei Jahre, zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein weiteres Jahr sind vorgesehen – damit kann die Finanzierung auf bis zu fünf Jahre ausgedehnt werden.

Zeitgleich zahlte Enercon die letzten Raten eines 500 Mio. Euro schweren Kredits des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes vorzeitig zurück, den Enercon 2022 zur Stabilisierung während der Covid-19-Pandemie erhalten hatte und der regulär bis Ende 2026 gelaufen wäre. "Der neue Konsortialkreditvertrag stützt die strategische Entwicklung von Enercon und stellt den geplanten Wachstumskurs sicher", so Enercon-CFO Michael Jaxy.

Erste Transaktion im neuen Förderprogramm: KfW beteiligt sich über den Deutschlandfonds

Mit dem neuen Konsortialkreditvertrag wächst das Bankenkonsortium, das Enercon unterstützt, von zuvor 10 auf 11 Institute. Koordiniert wurde die Finanzierung von der Commerzbank AG und der Deutsche Bank AG. Erstmals beteiligt sich die KfW über ein neues Förderprogramm des Deutschlandfonds an der Finanzierung, wie die Förderbank mitteilt. Es handelt sich laut KfW um die erste Transaktion in diesem Angebot, mit dem der Bund über verschiedene Finanzierungsinstrumente privates Kapital für Investitionen in Zukunftsbranchen mobilisieren will. "Über die Risikobeteiligung schaffen wir zusätzlichen Finanzierungsspielraum für Hersteller von Zukunftstechnologien", sagt KfW-Vorstandsvorsitzender Stefan Wintels.

Rückkehr in die Gewinnzone: Enercon meldet steigenden Auftragseingang

Enercon-Chef Udo Bauer wertet die verbesserten Finanzierungskonditionen als Vertrauensbeweis der Partner in die neue strategische Ausrichtung des Unternehmens. "Es zeugt von großem Vertrauen in unsere neue strategische Ausrichtung, dass unsere Finanzierungspartner aus der Restrukturierung weiterhin an Bord sind und wir darüber hinaus neue Institute dazugewinnen konnten", sagt Bauer.

Der Auftragseingang lag zum Jahresende 2025 bei knapp 6 Mrd. Euro. Für das Geschäftsjahr 2025 hatte Enercon nach eigenen Angaben wieder schwarze Zahlen geschrieben, bei einem Konzernumsatz von 4,45 Mrd. Euro und dem zweiten Jahr in Folge mit einer Umsatzsteigerung um rund 16 Prozent. Laut Bauer verstehen Kunden und Partner zunehmend, dass Enercon inzwischen mehr als reine Windturbinen liefert – eine Repositionierung, mit der sich das Unternehmen auf veränderte Marktbedürfnisse einstelle.

Mit dem formellen Abschluss der Restrukturierung endet für Enercon eine mehrjährige Phase des Umbaus. Aus Sicht der Aloys Wobben Stiftung als Alleingesellschafterin ist der von ihr eingeleitete und begleitete Turnaround-Prozess damit erfolgreich abgeschlossen. Für die kommenden Jahre will sich Enercon auf die Umsetzung seines Wachstumskurses konzentrieren.

© IWR, 2026


21.08.2026

 



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