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Strommarkt in Südafrika im Wandel: PNE verkauft 250-MW-Solarprojekt
Südafrika öffnet seinen bislang stark vom staatlichen Versorger Eskom geprägten Strommarkt schrittweise für mehr Wettbewerb. Neben staatlichen Ausschreibungen eröffnen private Stromlieferverträge internationalen Projektentwicklern zusätzliche Möglichkeiten, ihre Wind- und Solarprojekte zu vermarkten.
PNE entwickelt verkauftes Projekt weiter
Das Projekt liegt in der Provinz Free State. PNE South Africa wird es nach dem Verkauf weiterentwickeln und den Käufer bis zum Abschluss der Projektfinanzierung (Financial Close) unterstützen. Angaben zum Kaufpreis und zum geplanten Inbetriebnahmetermin machte PNE nicht.
PNE hat bereits zuvor größere Solarprojekte in Südafrika veräußert. 2024 verkaufte das Unternehmen die Projekte Khauta South mit 240 MW und Khauta West mit 110 MW an die NOA Group. Khauta South erreichte im Juni 2025 den Financial Close. Das Beispiel verdeutlicht, dass zwischen Projektverkauf und Finanzierungsabschluss mehr als ein Jahr liegen kann.
Zum Stand Juni 2026 umfasste die südafrikanische PNE-Projektpipeline rund 2.000 MW Photovoltaik und 2.800 MW Windenergie.
PNE hatte im Oktober seine EBITDA-Prognose für 2026 von 90 bis 120 Mio. Euro auf 60 bis 75 Mio. Euro gesenkt. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem Verzögerungen bei Projektverkäufen und Genehmigungen sowie die Entscheidung, bestimmte Windparks im Eigenbestand zu behalten. Erwartete Ergebnisbeiträge verschieben sich dadurch laut PNE voraussichtlich teilweise in das Jahr 2027.
Südafrika erleichtert private Stromlieferungen über das Netz
Mit dem 2024 beschlossenen und Anfang 2025 in Kraft getretenen Electricity Regulation Amendment Act schuf Südafrika die rechtlichen Grundlagen für einen wettbewerblichen Stromgroßhandelsmarkt und einen unabhängigen Übertragungsnetz- und Marktbetreiber. Für die Einrichtung des unabhängigen Übertragungsnetzbetreibers sieht das Gesetz eine Frist bis spätestens Ende 2029 vor.
Parallel erleichtert Eskom private Stromlieferungen über das öffentliche Netz. Beim sogenannten Wheeling speisen unabhängige Erzeuger Strom ein, der an räumlich getrennte Kunden vermarktet wird. Das Grundprinzip ist aus Deutschland durch netzgebundene Stromlieferverträge (PPA) bekannt.
Beim traditionellen Wheeling wird der privat bezogene Strom direkt auf der Stromrechnung des Kunden berücksichtigt. Beim Virtual Wheeling zahlt der Kunde dagegen weiterhin seine reguläre Stromrechnung. Für die privat vereinbarten Strommengen erfolgt eine separate finanzielle Gutschrift außerhalb der regulären Stromrechnung. Das erleichtert insbesondere die Abwicklung privater Stromlieferungen an mehrere Kunden über unterschiedliche Netzgebiete hinweg.
© IWR, 2026
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