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Gasversorgung: Bundesnetzagentur sieht angespannte Lage - Putin dreht am Gashahn
Berlin - Kaum waren Bundeskanzler Scholz, Emmanuel Macron, Dario Draghi und Klaus Iohannis in der Ukraine, da spielt der russische Präsident Wladimir Putin an den Gashebeln. Seither gehen die russischen Gaslieferungen durch die Pipeline Nordstream 1 mit Verweis auf technische Serviceprobleme zurück. Aktuell ist der Gasfluss der Ostseepipeline auf 40 Prozent der Maximalleistung gedrosselt. Ein Zufall dürfte das nicht sein.
Von dieser Reduktion ist seit Mitte der Woche auch die Weitergabe von Gas in andere europäische Länder wie zum Beispiel Frankreich, Österreich und Tschechien betroffen, teilt die Bundesnetzagentur (BNetzA) mit. Dabei folgt Russland offenbar einem klaren Muster: durch unvorhergesehene geringere Gaslieferungen wird Verunsicherung im Markt geschaffen, um die Preise in die Höhe zu treiben. So kann mit weniger Gaslieferung ein höherer Preis erzielt werden.
Zudem spekuliert Russland offenbar darauf, dass es in der Herbst-Winter-Periode zu Schwierigkeiten auf dem europäischen Markt kommen wird. „Wenn Europa das Niveau von 80 % der UGS-Kapazität erreichen will, müssen sie immer noch etwa 40 bis 45 Milliarden Kubikmeter Gas pumpen. Das ist eine beträchtliche Menge“, sagte Alexander Novak, stellvertretender russischer Ministerpräsident laut der Nachrichtenagentur Interfax.
Entscheidend wird daher sein, wie schnell Europa die Ersatzlieferungen beschaffen kann, um die Gasabhängigkeit von Russland zur reduzieren, wieviel Gas eingespart und wie schnell Erdgas durch grünen Wasserstoff ersetzt werden kann.
Die Bundesnetzagentur bezeichnet die Gasversorgung in Deutschland im Moment als "stabil", die Versorgungssicherheit in Deutschland ist danach derzeit weiter gewährleistet. Die von den ausbleibenden Lieferungen betroffenen Unternehmen können diese Mengen zurzeit anderweitig am Markt beschaffen.
Unter dem Strich kann im Moment weiter Gas eingespeichert werden, die Gasspeicher füllen sich weiter. Aktuell sind die deutschen Gasspeicher zu 56,29 Prozent gefüllt, das ist über dem EU-Durchschnitt von 52,37 Prozent.
Die höchsten Gas-Füllstände in den EU-Ländern weisen weiterhin Portugal (96,98%), Polen (96,81%) und Dänemark (74,14%) auf, vor der Tschechischen Republik (70,52%) und Spanien (69,91%).
© IWR, 2025
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