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Öl, Gas und Kohle: Polen will russische Energieimporte dieses Jahr beenden
Warschau - Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine plant Polen, den Import von fossilen Energien schon Ende des Jahres einzustellen. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat auf einer Pressekonferenz am Mittwoch (30.03.2022) einen entsprechenden Plan vorgestellt.
"Wir wollen bis Ende des Jahres russisches Öl und Gas und im April, Mai auch Kohle aufgeben", so Morawiecki. Er forderte zudem die EU-Kommission auf, eine Steuer auf Rohstoffe aus Russland zu erheben.
Polen importierte im Jahr 2020 insgesamt 131 Mio. Barrel Öl aus Russland, das sind 72 Prozent der polnischen Öl-Gesamtimporte, 10 Mrd. Kubikmeter Gas (50% des Verbrauchs) und knapp 9 Mio. Tonnen Steinkohle, das sind 83 Prozent der Kohle-Gesamtimporte. Auf dem Gassektor hatte Polen den Ende 2022 auslaufenden Langfristvertrag mit Gazprom ohnehin nicht verlängert. Stattdessen setzt Polen auf LNG-Gas und norwegisches Erdgas über die Baltic Pipeline. Diese Pipeline durch Dänemark ist noch nicht fertig, gleichwohl hofft Polen, dass das erste Gas im Oktober 2022 fließen kann.
Auch bei der Gasvorsorge ist Polen laut den Daten des Verbandes Gas Infrastructure Europe (GIE) mit einem Füllstand der polnischen Gasspeicher von 64,5 Prozent (Stand: 28.03.2022) zum Ende der Heizperiode gut gewappnet. Der mittlere Gasfüllstand in der EU beträgt aktuell 26,3 Prozent, in Deutschland sind die Gasspeicher zu 26,6 Prozent gefüllt: Tendenz steigend. Aufgrund der milden Witterung und zum Ende der Heizperiode wird saisonal über die nächsten Monate mehr Gas in die Speicher gefüllt als entnommen.
Auf dem Kohlesektor soll es noch schneller gehen. Morawiecki hofft bei der russischen Kohle, dass es hier „spätestens im Mai zu einer völligen Abkehr von der Kohle kommen wird.“ Mit 59 Mio. Tonnen eigener Fördermengen sei Polen in der Lage, sich schnell von russischen Importen unabhängig zu machen. Auch andere Lieferländer wie Australien, Südafrika und Kanada würden es Polen ermöglichen, die Bestände schnell wieder aufzufüllen. Auf dem Ölsektor ist der der Prozess der Diversifizierung bereits seit 2016 im Gange. Zudem hat der polnische Ölkonzern Pern seine Öllagerkapazitäten zwischen 2015 und 2021 um 50 Prozent erhöht. "Bis Ende dieses Jahres zeigen wir einen Plan, uns vom russischen Öl zu entfernen", so Morawieck weiter.
Als Alternative will Polen nun verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. So soll die installierte Leistung regenerativer Anlagen von aktuell 30.000 MW (30 GW) bis Ende 2030 auf 50.000 MW steigen.
© IWR, 2026
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