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Scatec-Aktie fällt nach Zahlen – globaler Konzern treibt IPP-Strategiewechsel voran

© Scatec ASA© Scatec ASA

Oslo - Der norwegische regenerative Energiekonzern Scatec hat im ersten Quartal 2026 einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet, zugleich jedoch die Entwicklung seiner internationalen Projektpipeline und den Umbau des Geschäftsmodells weiter vorangetrieben. Die im globalen Aktienindex RENIXX gelistete Aktie gab nach Veröffentlichung der Zahlen im Handel zunächst deutlich nach und fiel zeitweise um über 10 Prozent.

Die Ergebnisentwicklung ist dabei vor allem im Kontext des laufenden strategischen Wandels zu sehen. Scatec verlagert den Schwerpunkt von projektbezogenen Veräußerungen hin zu einem stärker integrierten Geschäftsmodell als unabhängiger Stromerzeuger (IPP) mit langfristig betriebenen Anlagen. Einmaleffekte aus Projektverkäufen des Vorjahres entfallen zunehmend, gleichzeitig baut das Unternehmen seine Projektpipeline und den Eigenbetrieb von Kraftwerken weiter aus. Den Ausblick für 2026 bestätigt Scatec.

Rückgang bei Umsatz und Ergebnis – Stromproduktion steigt im Zuge strategischer Neuausrichtung
Der Strategiewechsel von Scatec hin zu einem geringeren Anteil einmaliger Projektverkäufe beeinflusst den Vergleich im aktuellen Berichtszeitraum deutlich.

Die anteiligen Umsätze sanken in der Folge im ersten Quartal 2026 auf 1.640 Mio. NOK (Q1 2025: 2.387 Mio. NOK). Das EBITDA lag bei 774 Mio. NOK (Q1 2025: 1.379 Mio. NOK). Die Stromproduktion stieg im gleichen Zeitraum auf 1.046 GWh (Q1 2025: 979 GWh).

Im Segment Development & Construction (D&C) erzielte Scatec einen Umsatz von 695 Mio. NOK (Q1 2025: 751 Mio. NOK), während das EBITDA auf 100 Mio. NOK (Q1 2025: 26 Mio. NOK) zulegte. Hintergrund war unter anderem die Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Obelisk-Projekt.

Das bereinigte Konzernergebnis lag bei -192 Mio. NOK (Q1 2025: 764 Mio. NOK).

Projektpipeline erreicht Rekordniveau
Scatec meldete im Quartal mehrere operative Fortschritte im internationalen Portfolio. In Tunesien wurden die Projekte Sidi Bouzid und Tozeur in Betrieb genommen, ebenso die erste Phase des Obelisk-Projekts in Ägypten.

Zudem begann der Bau von fünf neuen Projekten in den Philippinen, Rumänien, Kolumbien und Südafrika mit insgesamt 575 MW Solarleistung sowie 80 MWh Batteriespeicher.

Das 900-MW-Windprojekt Shadwan in Ägypten wurde in den Projekt-Backlog überführt.

Unternehmenschef Terje Pilskog verwies auf eine Rekordhöhe der Entwicklungspipeline. Diese bilde die Grundlage für das künftige Wachstum im Zusammenspiel aus Projektentwicklung, Baugeschäft und langfristigem Eigenbetrieb von Anlagen.

Strategische Partnerschaft für Großprojekt in Ägypten
Parallel zu den Quartalszahlen meldete Scatec eine neue Eigenkapitalpartnerschaft für das Obelisk-Projekt in Ägypten. Die National Bank of Egypt steigt mit einem Anteil von 20 Prozent ein.

Das Hybridprojekt umfasst 1,1 GW Solarleistung sowie 100 MW/200 MWh Batteriespeicher. Nach Abschluss der Transaktion hält Scatec einen wirtschaftlichen Anteil von 40 Prozent und bleibt über eine gestufte Eigentümerstruktur weiterhin kontrollierender Partner. Weitere Anteile liegen bei EDF Power Solutions und Norfund.

Scatec sieht in der Beteiligung einen weiteren Schritt zur Optimierung der Kapitalstruktur bei gleichzeitiger Skalierung des eigenen Portfolios im IPP-Modell.

Scatec-Ausblick: Stabilisierung der Cashflows im Fokus
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Scatec die Prognose einer anteiligen Stromproduktion von 5,05 bis 5,45 TWh sowie eines EBITDA aus der Stromerzeugung zwischen 3,6 und 3,9 Mrd. NOK.

Der verbleibende Auftragsbestand im Baugeschäft liegt bei 4,2 Mrd. NOK. Für laufende Projekte erwartet das Unternehmen Bruttomargen zwischen 10 und 12 Prozent.

Mit dem fortschreitenden Übergang zu einem stärker ertragsstabilen IPP-Modell rückt nach Unternehmensangaben zunehmend die langfristige Cashflow-Generierung aus eigenen Anlagen in den Mittelpunkt der Strategie.

© IWR, 2026


07.05.2026

 



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