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Kritische Rohstoffe aus Solarmodulen: ERC fördert Jülicher Recyclingtechnologie CYBEX

© FZ Jülich / Sascha Kreklau© FZ Jülich / Sascha Kreklau

Jülich – Photovoltaikmodule enthalten wertvolle Metalle wie Silber in teils höherer Konzentration, als sie in natürlichen Erzen enthalten sind, werden nach ihrer Nutzung aber meist nicht recycelt. Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert deshalb ein Verfahren des Forschungszentrums Jülich, das solche Rohstoffe auch aus kleineren, dezentralen Abfallströmen zurückgewinnen soll.

Der Materialwissenschaftler Ian Marius Peters vom Forschungszentrum Jülich erhält für das Projekt CYBEX (Critical Material Extraction from Low Concentration Sources) einen ERC Proof of Concept Grant in Höhe von 150.000 Euro. Projektziel ist es, ein elektrochemisches Verfahren zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus ausgedienten Solarmodulen bis zur industriellen Anwendungsreife weiterzuentwickeln.

Elektrochemisches Verfahren für dezentrale Anlagen
Herkömmliche Recyclingverfahren sind auf große, zentrale Anlagen ausgelegt und für kleinere oder unterschiedlich zusammengesetzte Abfallströme wirtschaftlich kaum geeignet. CYBEX setzt hier an: Das Verfahren löst Metalle gezielt aus komplexen Abfällen heraus und gewinnt sie in hoher Reinheit zurück. Anders als bisherige Verfahren soll die Technologie auch in kleineren, dezentralen Recyclinganlagen effizient arbeiten und dabei deutlich weniger Energie und Chemikalien benötigen. Im Projekt CYBEX wird ein Prototyp entwickelt, der an realen Photovoltaik-Abfällen erprobt wird. Parallel untersucht das Team die wirtschaftliche Umsetzbarkeit und bereitet den Technologietransfer in die Industrie vor.

Aufbau auf Grundlagenforschung und ERC-Förderprogramm
CYBEX baut auf den Ergebnissen des ERC Consolidator Grants C2C-PV auf, in dem das Team bereits zeigen konnte, dass sich Metalle mit elektrochemischen Verfahren selektiv aus komplexen Abfallströmen zurückgewinnen lassen. Der Proof of Concept Grant soll diese Grundlagenforschung nun in eine praxistaugliche Recyclingtechnologie überführen. Der ERC vergibt in der ersten Förderrunde 2026 insgesamt 182 Proof of Concept Grants mit einem Gesamtvolumen von 27,3 Millionen Euro. Die Förderung richtet sich ausschließlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits einen ERC-Grant eingeworben haben, und soll ihnen helfen, das Innovations- und Anwendungspotenzial ihrer Forschung zu erschließen.

ERC-Förderung als Brücke zur Marktreife
Der Proof of Concept Grant ist Teil des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe. In der laufenden Förderrunde gingen die meisten der 182 Grants an Institutionen in Deutschland, gefolgt von den Niederlanden, Italien und Frankreich. Die nächste Antragsrunde für Proof of Concept Grants ist bereits eröffnet, Bewerbungsschluss ist der 17. September 2026.

© IWR, 2026


01.07.2026

 



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