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Eon verdient Milliarden mit Strom- und Gasnetzen: 3,8 Mrd. Euro operativer Gewinn im ersten Halbjahr 2026

© Eon SE© Eon SE

Essen – Strom- und Gasnetze sind für den Energiekonzern Eon weiterhin ein hochprofitables Milliardengeschäft. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte der Essener Energiekonzern im Geschäftsfeld Energy Networks einen bereinigten Gewinn auf Basis EBITDA von mehr als 3,8 Milliarden Euro.

Eon gliedert sein operatives Geschäft in drei Kernbereiche: Energy Networks, Energy Infrastructure Solutions und Energy Retail. Das Geschäft mit den Strom- und Gasnetzen (Energy Networks) ist dabei der mit Abstand wichtigste Ergebnisbereich des Konzerns und steht im ersten Halbjahr für mehr als 70 Prozent des bereinigten Konzerngewinns auf Basis EBITDA von 5,4 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Eon seine Jahresprognose.

Eon-Netzgeschäft: Milliarden-Gewinne und neue Investitionen
Der bereinigte Gewinn auf Basis EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im Geschäftsfeld Energy Networks (Strom- und Gasnetze) erreichte im ersten Halbjahr 2026 mehr als 3,8 Milliarden Euro und blieb damit auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums (1. HJ 2025: 3,8 Mrd. Euro). Das Geschäftsfeld umfasst Strom- und Gasverteilnetze. Allein in Deutschland betreibt Eon rund 686.000 Kilometer Strom- und 94.000 Kilometer Gasnetze.

Eine Aufteilung des Gewinns auf Strom- und Gasnetze nimmt Eon nicht vor. Während der Konzern in seiner Halbjahresmitteilung 2026 bei Investitionen und Netzausbau vor allem die Stromnetze und deren Bedeutung für die Energiewende hervorhebt, werden die Gasnetze nicht gesondert thematisiert.

Der Essener Energiekonzern investierte im ersten Halbjahr rund 2,3 Milliarden Euro in das Netzgeschäft (1. HJ 2025: 2,5 Mrd. Euro). Die Mittel flossen insbesondere in neue Netzanschlüsse sowie Ausbau und Digitalisierung der Verteilnetze. Allein in Deutschland realisierte Eon mehr als 130.000 neue Netzanschlüsse und integrierte zusätzlich mehr als 5 GW erneuerbare Erzeugungsleistung in seine Stromnetze.

Infrastrukturgeschäft wächst um 19 Prozent – Energievertrieb unter Vorjahr
Im Geschäftsfeld Energy Infrastructure Solutions kletterte der bereinigte Gewinn auf Basis EBITDA um 19 Prozent auf rund 390 Millionen Euro (1. HJ 2025: rund 330 Mio. Euro). Wachstumstreiber waren vor allem neue Industriekundenprojekte in Deutschland. Rund 360 Millionen Euro investierte Eon unter anderem in Batteriespeicher, Wärme- und Quartierslösungen sowie das Smart-Meter-Geschäft in Großbritannien.

Im dritten Kernbereich Energy Retail (Endkundengeschäft) sank der bereinigte Gewinn auf Basis EBITDA von 1,3 auf 1,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die Investitionen um 6 Prozent auf rund 240 Millionen Euro. Sie flossen vor allem in die Digitalisierung des Kundengeschäfts und den europaweiten Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität.

Eon bestätigt Jahresprognose 2026 und hält an Investitionsprogramm fest
Konzernweit investierte Eon im ersten Halbjahr 3 Milliarden Euro, davon mit 2,3 Milliarden Euro mehr als drei Viertel im Netzgeschäft. Für das Gesamtjahr hält der Konzern an seinem Investitionsziel von rund 8,7 Milliarden Euro fest.

Eon erwartet 2026 einen bereinigten Gewinn auf Basis EBITDA zwischen 9,4 und 9,6 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss soll zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Euro liegen. Bei dieser Kennzahl handelt es sich um den Eon zurechenbaren Gewinn nach Zinsen und Steuern sowie weiteren Ergebnispositionen, bereinigt um bestimmte nicht-operative Sondereffekte. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 1,03 und 1,11 Euro liegen.

Über das Geschäft mit Strom- und Gasnetzen
Strom- und Gasnetze zählen zur Infrastruktur und gelten wie Autobahnen als natürliche Monopole, weil der Aufbau mehrerer paralleler Leitungsnetze wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre. Anders als ihren Energieversorger können Verbraucher ihren örtlichen Netzbetreiber nicht frei wählen. Um Wettbewerb bei Erzeugung und Vertrieb zu ermöglichen, hat die EU den Netzbetrieb regulatorisch von diesen wettbewerblichen Bereichen entflochten.

Wegen dieser Monopolstellung der Netzbetreiber bestimmen die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden im Rahmen der Anreizregulierung die Höhe der zulässigen Erlöse für das Strom- und Gasnetzgeschäft. Berücksichtigt werden unter anderem Kosten für Betrieb und Netzausbau, Investitionen, Effizienzvorgaben und die regulatorisch zugestandene Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Finanziert wird der Netzbetrieb anschließend über die Netzentgelte durch die Verbraucher.

Die wirtschaftliche Dimension des staatlich regulierten Geschäfts ist erheblich: Eon erzielte 2025 mit seinen Strom- und Gasnetzen einen bereinigten Gewinn auf Basis EBITDA von rund 7,7 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 5,2 Milliarden Euro auf Deutschland. Das entspricht nach IWR-Berechnungen einem Anteil von rund 68 Prozent.

Angesichts des hohen Investitionsbedarfs für den Aus- und Umbau der Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze und der Milliardengewinne der Netzbetreiber in Deutschland bleibt die Ausgestaltung des Regulierungssystems ein Balanceakt zwischen ausreichenden Investitionsanreizen und der Begrenzung der Netzkosten für Verbraucher und Unternehmen – und damit auch für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

© IWR, 2026


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