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Gaspreise steigen: Russland akzeptiert für Gaslieferungen nur noch Rubel
Münster - Russland will in Zukunft Zahlungen für Gaslieferungen nicht mehr in Dollar oder Euro akzeptieren, sondern in Rubel. Das sagte Präsident Wladimir Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Kabinett. Laut der Nachrichtenagentur Tass habe Putin die Entscheidung getroffen, dass innerhalb kürzester Zeit ein Maßnahmenpaket umgesetzt werden soll, um Zahlungen für Erdgas, das an „unfreundliche“ Staaten geliefert wird, in russische Rubel umzuwandeln.
Russland werde laut Putin weiterhin Gas in andere Länder gemäß den Mengen und Preisen liefern, die in früheren abgeschlossenen Verträgen festgelegt wurden. "Ich fordere die (russische) Regierung auf, Gazprom eine entsprechende Richtlinie zur Änderung wirksamer Verträge zu erteilen. Gleichzeitig muss allen ausländischen Verbrauchern die Möglichkeit gegeben werden, die erforderlichen Transaktionen durchzuführen“, sagte Putin.
Als Reaktion auf die Ankündigung kletterten die Gaspreise am TTF-Hub heute um 17 Prozent auf 116 Euro pro MWh. Zwischenzeitlich waren die Gaspreise von der Spitze bei knapp 350 Euro pro MWh wieder auf unter 100 Euro gefallen. Gazprom liefert unterdessen die langfristig vertraglich vereinbarten Mengen über die Nord Stream 1 Pipeline und die Transgas-Pipeline durch die Ukraine, aber kein zusätzliches Gas für den Spotmarkt. Der Füllstand der EU-Gasspeicher liegt zum Ende der Heizperiode nahe dem Frühjahr/Sommer-Wendepunkt aktuell bei 25,6 Prozent.
Unterdessen kehren immer mehr Russen dem Land den Rücken, zuletzt Anatoly Chubais, bisheriger Sonderbeauftragter von Putin für Beziehungen zu internationalen Organisationen. Auch Andrej Panow, ehemalige Vize-Chef der russischen Fluggesellschaft Aeroflot ist von seinem Amt zurückgetreten und hat Russland verlassen. Ein weiterer Top-Manager von Aeroflot, CEO Michail Poluboyarinov, ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax zwar noch im Land, aber nicht mehr in seinem ursprünglichen Amt tätig.
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23.03.2022
