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Mangel an Hafenflächen bedroht Wind-Ausbau: Finanzierung für Ausbau von Tiefseeterminal Cuxhaven muss zügig geklärt werden
Berlin, Hamburg, Cuxhaven - Der massive Ausbau der On- und Offshore-Windenergie in Deutschland und Europa ist eine zentrale Voraussetzung, um die Energie- und Klimaziele zu erreichen.
Angesichts des besonderen Schwerpunkts auf Offshore-Windparks in der Nordsee kommt dabei nordseeseitigen Seehäfen eine besondere Bedeutung zu. Verschiedene Studien und Prognosen warnen inzwischen aber vor einem eklatanten Mangel an schwerlastfähigen Hafenflächen. Dieser Mangel könnte nicht nur den Ausbau der Offshore-Windenergie, sondern auch die weitere Entwicklung des Onshore-Windmarktes beeinträchtigen.
So fehlen ausgehend von einer Modellierung der Stiftung Offshore-Windenergie und der Deutschen Windguard alleine bis zum Jahr 2027 mindestens 50 Hektar (ha) Hafenflächen, ohne ausreichenden Zugriff auf ausländische Hafenkapazitäten sogar bis zu 200 ha, was zu einer erheblichen Verzögerung der Energiewende führen könnte.
„Die Ausbauziele für Offshore-Wind brauchen Seehäfen mit ihren schwerlastfähigen Flächen und Kaikanten. Es wäre naiv zu glauben, dass diese Flächen durch die Seehäfen unserer Nachbarstaaten zur Verfügung gestellt werden könnten: Trotz erheblicher staatlicher Investitionen in die eigenen Seehäfen in Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien werden diese Häfen angesichts der eigenen staatlichen Ausbauziele ab 2027 bereits voll sein“, warnt die Geschäftsführerin der Stiftung Offshore-Windenergie Karina Würtz.
Der Hafen von Cuxhaven gilt in Deutschland als einer der wichtigsten Seehäfen zur Anlieferung von Großbauteilen für Windenergieanlagen. Fast alle Hersteller landen ihre Rotorblätter über Cuxhaven an. Dies betrifft auch die Bauteile der Onshore-Windenergieanlagen. Allerdings werden auch in Cuxhaven die notwendigen Schwerlastflächen langsam knapp. Dabei ist das Tiefwasserterminal in Cuxhaven derzeit das einzige in Deutschland mit einem gültigen Planfeststellungsbeschluss. Eine vergleichsweise zeitnahe Erweiterung der Hafenflächen könnte auf dieser Grundlage daher erfolgen. Das Problem liegt laut Stiftung Offshore-Windenergie, Bundesverband Windenergie (BWE) und Hafenwirtschaftgemeinschaft Cuxhaven e.V. (HWG) derzeit allerdings in der Frage der Finanzierung, die auch mehrere Jahre nach erfolgtem Planfeststellungsbeschluss noch nicht abschließend geklärt ist.
„Cuxhaven ist der einzige Hafen mit einem gültigen Planfeststellungsbeschluss zur Erweiterung. Nur hier können im erforderlichen Zeitrahmen die für den Ausbau der Erneuerbaren Energien notwendigen Flächen entstehen. Die deutsche Energiewende ist politisches Ziel und nationale Aufgabe. Hier muss sich daher auch der Bund einbringen“, fordert der HWG-Vorsitzende Michael de Reese.
Die Privatwirtschaft und das Land Niedersachsen hätten bereits je ein Drittel der notwendigen Finanzmittel von insgesamt ca. 300 Mio. Euro fest zugesagt. Wenn die Bundesregierung ihre eigenen Ziele erreichen wolle, müsse sich genau jetzt beteiligen. „Hier ist der 31. Mai der Stichtag für eine verbindliche Finanzierungszusage. Andernfalls ist ein Großteil der Ausbauziele gefährdet“, warnt Reese.
© IWR, 2026
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